Was das Wort «bauseits» im Bauvertrag bedeutet

31.03.2022
Wirklich verbraucherfreundlich sind Verträge selten formuliert. Nur kommen manche unverständliche Klauseln Unterzeichner teurer zu stehen als andere. Bauherren sollten besonders aufmerksam sein.
Augen auf beim Vertragsabschluss: Manche Formulierungen können verbraucherfreundlicher klingen als sie am Ende sind. Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
Augen auf beim Vertragsabschluss: Manche Formulierungen können verbraucherfreundlicher klingen als sie am Ende sind. Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Besser nicht leichtfertig unterzeichnen: Bauverträge können für Laien mitunter schwer verständlich sein. Manche Formulierungen klingen zunächst vorteilhafter als sie tatsächlich sind. Bauherren sollten daher genau wissen, worunter sie ihre Unterschrift setzen.

Potenzial für ein mögliches Missverständnis böte etwa das Wort «bauseits», heißt es vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Dieses könne unerfahrenen Bauherren suggerieren, dass die Baufirma für entsprechende Arbeiten aufkommt. In Wirklichkeit sei es aber umgekehrt: Aufgaben, die bauseits ausgeführt werden sollen, müssten immer von den Bauherren selbst veranlasst, übernommen und zusätzlich bezahlt werden.

Dem VPB zufolge führe das grundsätzlich zu Mehrkosten und mehr Eigenverantwortung bei den Bauherren. Klassische Arbeiten, die bauseits anfielen, seien zum Beispiel Aushub und Entsorgung, Erschließung des Grundstücks sowie die Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom, Telefon und Gas.

Der VPB rät Bauherren daher, die Verträge vor Unterzeichnung von einem Sachverständigen prüfen zu lassen. Dieser finde die Haken und könne die Extras zu einem realistischen Gesamtpreis addieren.

© dpa-infocom, dpa:220331-99-748373/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Das Vertragsmodell des Erbbaurechts erlebt gerade ein Revival. Allerdings laufen viele alte Verträge in wenigen Jahren aus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn Viele Erbbaurechtsverträge laufen bald aus Das eigene Haus auf fremdem Grund - das ist das Prinzip des Erbbaurechts. Viele Erbbauverträge laufen demnächst aus. Betroffene sollten frühzeitig aktiv werden.
Sind die neuen gesetzlichen Regelungen angewendet? Verbraucher sollten Bauverträge vorher genau prüfen. Foto: Christin Klose Was das neue Baurecht im Alltag bedeutet Das neue Baurecht bringt Verbrauchern mehr Rechte. Doch nicht alle Bauunternehmen arbeiten mit den neuen Vorgaben. Vor Vertragsabschluss heißt es deshalb: Genau hingucken und nicht auf Tricks hereinfallen.
Das Erbbaurecht erlischt nach 100 Jahren: Aus finanziellen Gründen ist es sinnvoll, sich davor über das Auslaufen des Vertrags Gedanken zu machen. Foto: Harald Walker/Westend61/dpa-tmn Was kommt nach dem Ende der Pacht? Erbbaurechte laufen meistens fast 100 Jahre. Das klingt nach einer Ewigkeit. Doch aus finanziellen Gründen ist es sinnvoll, sich sehr früh Gedanken über das Auslaufen des Vertrags zu machen.
Ein Haus zu bauen ist ein großes, kostspieliges Projekt. Damit es nicht ins Wanken gerät, ist es sinnvoll einen Baufinanzierungsplan aufzustellen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Ein Finanzierungsplan gibt Bauherren Sicherheit Bauen ist kostspielig. Um die Finanzierung auf sichere Beine zu stellen, sollten Bauherren einen Plan haben. Einige Kostenfallen lassen sich so schon im Vorfeld erkennen.