Warum Sie die Radon-Werte im Haus kontrollieren sollten

23.08.2019
Es kommt aus dem Erdreich und kann in die Innenräume eindringen: Radon. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz geht von dem Gas eine große Gefahr aus, denn es verursacht Lungenkrebs. Wie kann man sich davor schützen?
Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. Ob sich das Gas in den Wohnräumen befindet, lässt sich leicht messen. Foto: Hendrik Schmidt
Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. Ob sich das Gas in den Wohnräumen befindet, lässt sich leicht messen. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin (dpa) - Das Gesundheitsrisiko durch das radioaktive Gas Radon etwa in Wohnungen ist aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland nicht ausreichend bekannt.

«Radon ist ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit, denn nach dem Rauchen ist Radon die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs», sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini. Viele Menschen wüssten das gar nicht. Dabei sei es oft einfach, sich zu schützen. «Dafür muss man wissen, ob die eigene Wohnung von erhöhten Radon-Werten betroffen ist. Dies lässt sich mit Messungen leicht feststellen», sagte Paulini.

Radon entsteht im Erdreich und kann von dort in Innenräume gelangen. Es ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland können dem BfS zufolge Radon zugeschrieben werden - ein Schwellenwert, unterhalb dessen das Gas mit Sicherheit ungefährlich ist, sei nicht bekannt. Bürgern empfiehlt die Behörde, als Gegenmaßnahme regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

Das Strahlenschutz-Amt lässt im Auftrag des Bundesumweltministeriums in zufällig ausgewählten Haushalten Radon-Messgeräte aufstellen. Bereits im Mai hatte das BfS die Bürger deswegen darum gebeten, an der Studie teilzunehmen. Bis Ende 2020 müssen die Bundesländer Gebiete ausweisen, in denen in vielen Gebäuden der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschritten wird, sogenannte «Radonvorsorgegebiete». Dort soll dann etwa an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss das Messen Pflicht sein.

Informationen zu den Radon-Messungen

Informationen zur Radon-Gefährdung

Bundesumweltministerium zu Radon

Radonmaßnahmenplan


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eine Radonbelastung von 49 Becquerel pro Kubikmeter liegt noch unter den Grenzwerten. Der im Gesetz verankerte Referenzwert beträgt 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Foto: Hendrik Schmidt Achtung, Strahlung: Das Radon-Risiko lauert im Keller Ein neues Gesetz will Hausbewohner vor Radon schützen. Das radioaktive Gas kann Lungenkrebs auslösen. Es kann aus dem Boden ins Gebäude eindringen. Eigentümer können bei Neubauten vorsorgen. Im Bestand lässt sich die Konzentration mit Hilfe der Technik senken.
Im Sommer lüften Keller-Bewohner am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Die warme Luft kann sonst zu Kondensation an den kalten Wänden führen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Wie lüftet man den Keller im Winter? Was im Wohnzimmer und der Küche üblich ist, macht man im Keller kaum: Regelmäßig stoßlüften. Dabei droht Schimmelbildung, wenn man zu wenig oder gar dauerhaft in Kippstellung lüftet.
Hohe wie auch sehr niedrige Temperaturen können beim Induktionskochfeld exakt eingestellt werden. Foto: AMK/dpa-tmn Welches Kochfeld passt zu mir? Glatte Glaskeramikflächen auf dem Herd sind inzwischen in fast jeder Küche Standard. Doch beim Kauf eines neuen Elektroherdes stellt sich die Frage: Ceran oder Induktion?
Übliche Staubsauger wirbeln besonders viel Staub auf. Für Allergiker sind Modelle mit HEPA-Filtern besser geeignet. Foto: Christin Klose Eigene Wohnung als Feind: Tipps für Allergiker Allergiker sind geplagt. Manche nur saisonal zum Pollenflug einer Pflanze, andere immerzu, denn kleine Tierchen in den Betten reizen Augen und Nase. Doch man kann etwas Linderung schaffen - und zwar im Alltag in ihrem Zuhause, aber auch schon beim Hausbau.