Wann Verkäufer auf Mängel hinweisen müssen

13.06.2019
Beim Kauf einer Immobilie sollten Käufer besser zweimal hinschauen. Manche offensichtlichen Mängel müssen vom Verkäufer nicht zwangsläufig mitgeteilt werden. Aber welche Schäden muss der Verkäufer überhaupt mitteilen?
Beim Verkauf einer Immobilie müssen Verkäufer unter Umständen nicht auf alle Mängel direkt hinweisen. Foto: Sven Braun
Beim Verkauf einer Immobilie müssen Verkäufer unter Umständen nicht auf alle Mängel direkt hinweisen. Foto: Sven Braun

Berlin (dpa/tmn) - Ältere Häuser können durchaus Schönheitsfehler haben. Denn auch Immobilien kommen in die Jahre. Käufer sollten daher Bestandsimmobilien gut prüfen.

Das ist insbesondere wichtig, wenn im Kaufvertrag die Gewährleistungsansprüche wirksam ausgeschlossen wurden, erklärt der Verband Privater Bauherren (VPB). Erkennen können Käufer das an Formulierungen wie «gekauft wie besehen». Eine Gewährleistung für etwaige Mängel gibt es in diesem Fall nicht.

Wichtig zu wissen: Verkäufer müssen nicht zwingend auf offensichtliche Mängel hinweisen. Feuchte Wände beispielsweise kann der Käufer ja selbst sehen. Allerdings muss der Eigentümer Fragen offen und ehrlich beantworten, und er darf ihm bekannte Mängel auch nicht verschweigen.

Erhebliche Mängel, von denen er weiß, muss er ungefragt offenbaren. Dazu zählen beispielsweise Asbest im Haus oder Befall mit echtem Hausschwamm.

Verschweigt der Käufer wider besseres Wissen schwerwiegende Probleme, handelt er arglistig, und kann sich dann nicht auf einen Gewährleistungsausschluss berufen. Der Käufer kann dann nachträglich die Beseitigung der Mängel vom Verkäufer verlangen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der Kaufvertrag für eine Immobilie enthält wichtige Punkte. Käufer sollten sich genügend Zeit nehmen, die Unterlagen zu prüfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Doppelt aufpassen: Fallstricke im Vertrag beim Hauskauf Der Kaufvertrag für eine Immobilie birgt einige Fallstricke. Weil in den meisten Fällen Grundstückskauf und Hausbau in einem Dokument vereinbart werden, müssen Käufer vor der Unterschrift doppelt aufpassen.
Wer eine Immobilie kauft, muss einen Notar besuchen. Er ist die neutrale Instanz zwischen Käufer und Verkäufer. Foto: Stefan Sauer Notare überwachen den Immobilienkauf Von Rechts wegen managen und überwachen Notare den Erwerb von Immobilien. Die Juristen setzen den Kaufvertrag auf und haben ein Auge auf dessen Abwicklung. Ohne das Siegel der Aufpasser ist der Kauf von Haus, Wohnung und Grundstück unwirksam.
Vor einer Versteigerung, gibt es meist mehrere Besichtigungstermine. Interessenten sollten sich hier einen Eindruck von der Immobilie verschaffen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Zum ersten, zum zweiten - Immobilienkauf per Auktion Zum ersten, zum zweiten, 250.000 Euro für Nummer 10 - und schon hat die Wohnung einen neuen Eigentümer. Im engen Markt sind Immobilienauktionen eine Möglichkeit, abseits der üblichen Pfade ein gutes Objekt zu ergattern. Was es dabei zu beachten gibt.
Schönes neues Heim? Eine Immobilie sollte frei von Lasten sein. Daher sollten Käufer vor der Unterschrift prüfen, ob entsprechende Einträge im Grundbuch stehen. Foto: Rainer Berg/Wetend61/dpa-tmn Wenn Pflichten den Wert der Immobilie mindern Wer eine Immobilie kauft, will auf Nummer sicher gehen. Doch manchmal sind mit dem Kauf auch Pflichten verbunden, von denen ein Käufer gar nichts ahnt. Ein Blick ins Grundbuch und ins Baulastenverzeichnis bewahrt vor Überraschungen.