Vögel füttern auf dem Balkon ist im Prinzip erlaubt

30.09.2019
Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Viele Mieter möchten den heimischen Singvögeln etwas gutes tun, und bauen Meisenknödel und Vogelhäuschen auf dem Balkon auf. Aber in welchem Umfang ist das Vögelfüttern daheim überhaupt erlaubt?
Moderates Füttern von Singvögeln auf dem Balkon kann Mietern nicht verboten werden. Einzige Ausnahme: Tauben. Die machen viel Dreck, Krach und verbreiten Krankheiten. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa
Moderates Füttern von Singvögeln auf dem Balkon kann Mietern nicht verboten werden. Einzige Ausnahme: Tauben. Die machen viel Dreck, Krach und verbreiten Krankheiten. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Berlin (dpa/tmn) - Grundsätzlich dürfen Mieter in ihren eigenen vier Wänden tun, was sie möchten. Die Voraussetzung: Sie beinträchtigen weder die Mietsache noch die anderen Mieter. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hin.

Geht die Nutzung der Wohnung aber über das übliche Maß hinaus, darf der Vermieter dem Mieter Grenzen setzen. Hier sind die Interessen des Mieters gegen die des Vermieters abzuwägen. Füttert ein Mieter zum Beispiel Vögel auf dem eigenen Balkon und stellt Futterstellen und Tränken auf, muss der Vermieter dies nicht in allen Fällen dulden.

Mieter dürfen auf ihrem Balkon zwar Singvögel füttern. Auch Vogelhäuschen dürfen aufgestellt werden, entschied das Landgericht Berlin (Az.: 65 S 540/09). Dies kann ihnen weder durch Nachbarn noch durch den Vermieter untersagt werden, denn eine Verunreinigung des Balkons mit Vogelkot sei ortsüblich und hinzunehmen.

Tauben stellen allerdings eine Ausnahme dar: Da diese Krankheiten übertragen können und besonders laut sind, kann deren Fütterung vertraglich oder in der Hausordnung verboten werden. Wer sich daran nicht hält, dem drohen eine Abmahnung und gegebenenfalls sogar eine Kündigung.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Haltung von Katzen und Hunden darf der Vermieter nicht generell verbieten, auch wenn es eine entsprechende Klausel im Mietvertrag gibt. Foto: Jochen Lübke/dpa Kleintierhaltung: Zustimmung des Vermieters nicht notwendig Kleintiere dürfen ohne Genehmigung in der Mietwohnung gehalten werden und auch die Haltung von Hunden und Katzen kann der Vermieter nicht generell verbieten. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem Urteil von 2013.
Tauben machen viel Dreck. Der landet auf den Balkonen. Nicht immer muss dieser vom Mieter entfernt werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Tauben-Kot auf Balkon: Wann der Vermieter reagieren muss Tauben gehören zum Stadtbild dazu. Doch ihr Kot kann krankmachende Mikroorganismen enthalten. Verschmutzen die Tiere den Balkon eines Mieters stark, stellt sich die Frage: Muss der Vermieter handeln?
Vonovia rückt von den Modernisierugnsplänen für seine Wohngebäude ab. Grund ist der Widerstand der Mieter. Foto: Roland Weihrauch Vonovia will weniger modernisieren Wenn in die Jahre gekommene Mietshäuser neue Dämmung und neue Fenster bekommen, laufen Mieter oft Sturm - denn am Ende stehen oft happige Mieterhöhungen. Deutschlands größter Immobilienkonzern zieht nun die Reißleine. Doch der Klimaschutz braucht nun neue Lösungen.
Teilweise sind Eigentumswohnungen nur auf den ersten Blick günstig. Wer überlegt eine Immobilie zu kaufen, sollte auch an alle Gegenargumente denken. Manchmal ist es sinnvoller eine Wohnung oder ein Haus zu mieten. Foto: Andrea Warnecke Immobilien: Was gegen Eigentum spricht Der Erwerb von Wohneigentum steht bei vielen auf der Wunschliste ganz weit oben. Doch es gibt gute Gründe, die gegen den Kauf einer Immobilie sprechen. Manchmal ist es besser, eine Wohnung oder ein Haus zu mieten. Woran sich Verbraucher orientieren können.