Video ersetzt keine Hausbesichtigung

15.05.2020
Jeder geht gerade auf Abstand, vieles wird online geklärt. Wer ein Haus kaufen will, sollte sich allerdings nicht auf ein Video beschränken, sondern es immer noch selbst in Augenschein nehmen.
Wer ein Haus kaufen möchte, sollte sich nicht auf einen Video-Rundgang verlassen. Denn oft sind Schwachstellen nur bei einer örtlichen Besichtung zu erkennen. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
Wer ein Haus kaufen möchte, sollte sich nicht auf einen Video-Rundgang verlassen. Denn oft sind Schwachstellen nur bei einer örtlichen Besichtung zu erkennen. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein 360-Grad-Video ist kein Ersatz für eine Besichtigung, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). In Corona-Zeiten würden manche Makler das den Interessenten anbieten.

Doch wer eine Immobilie kaufen will, sollte sie sich vorher immer selbst ansehen, am besten mehrmals. Mit entsprechendem Abstand ist das auch während der Pandemie möglich.

Ein typisches Problem bei Videoaufzeichnungen ist etwa die verzerrte Wirkung. Räume können so viel größer wirken, als sie sind. Außerdem werden Problemstellen gar nicht erst gezeigt. Wer selbst vor Ort ist, kann auch in die Ecken schauen. Muffiger Geruch weist auf Schimmelbildung hin. Genauso wenig sind Risse, wellige Tapeten oder gesenkte Bodenbeläge im Film gut zu erkennen. Auch Dachräume oder die Dämmung können live besser beurteilt werden.

Wer sich beim Kauf daher nur auf ein Video verlässt, riskiert teure Sanierungsarbeiten im Nachhinein. Denn ein Haus wird stets gekauft wie besehen. In der Regel wird die Haftung für Mängel beim Verkauf einer gebrauchten Immobilie regelmäßig ausgeschlossen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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