Versicherer: Wohnhäuser immer mit Elementarschutz versichern

29.10.2021
Die Hochwasserkatastrophe hat es in diesem Sommer noch einmal deutlich vor Augen geführt: Der Klimawandel lässt das Risiko für Extremwetter-Ereignisse steigen. Die Versicherer wollen daher den Elementarschutz zum Standard machen.
Angesichts zunehmender Extremwetter-Ereignisse müssen aus Sicht der Versicherungsbranche alle Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert werden. Foto: Boris Roessler/dpa
Angesichts zunehmender Extremwetter-Ereignisse müssen aus Sicht der Versicherungsbranche alle Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert werden. Foto: Boris Roessler/dpa

Berlin (dpa) - Angesichts zunehmender Extremwetter-Ereignisse müssen
aus Sicht der Versicherungsbranche alle Wohngebäude gegen
Elementarschäden versichert werden. Es solle nur noch
Wohngebäudeversicherungen mit einem entsprechenden Baustein geben,
schlägt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in
einem Positionspapier vor. Darüber berichtete auch der «Spiegel».

Wie der Verband mitteilte, gibt es den Elementarschutz
bislang nur für 50 Prozent der Gebäude. «Wir können es nicht
hinnehmen, dass jedem zweiten Haus der Versicherungsschutz gegen
Klimaschäden fehlt», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands,
Jörg Asmussen. Bestehende Verträge sollen demnach ergänzt und
Neuverträge nur noch mit Elementarschutz angeboten werden. Neubauten
in Risikozonen sollen nicht mehr gegen Überschwemmung versicherbar
sein.

Für den vorgeschlagenen Eingriff in bestehende Verträge müsste aber
die gesetzliche Grundlage geändert werden. Das gilt auch, wenn sich
Versicherer auf ein einheitliches Angebot an Neukunden verständigen
wollten. Bisher könnte das einen Verstoß gegen das Kartellrecht
bedeuten.

Nach einem Vergleich der Stiftung Warentest bieten viele Tarife
Elementarschutz für unter 100 Euro im Jahr. In Risikogebieten ist die
Prämie höher. Der Beitrag solle sich weiter nach der Gefährdung
richten, betonte der Verband. Mit der neuen Bundesregierung wolle man
über Wege zu sozialverträglichen Konditionen für Härtefälle
diskutieren.

Der Vorstoß steht im Mittelpunkt eines Gesamtkonzepts zur
Klimafolgenanpassung, mit dem der Verband auch auf die
Flutkatastrophe im Sommer reagiert. Die Versicherungslobby fordert
auch ein Bauverbot in hochwassergefährdeten Gebieten, ein
bundesweites Naturgefahrenportal und Änderungen im Bauordnungsrecht.

© dpa-infocom, dpa:211029-99-789525/3

GDV-Mitteilungen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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