Vermieter muss Modernisierung rechtzeitig ankündigen

21.12.2020
Eine moderne Wohnung freut den Mieter. Doch die Modernisierung selbst kann lästig sein. Hinzu kommt: Danach muss mehr Miete gezahlt werden. Folgendes sollte man darüber wissen.
Im Normalfall müssen Mieter Modernisierungsarbeiten in der Wohnung dulden. Foto: picture alliance / dpa-tmn / Archiv
Im Normalfall müssen Mieter Modernisierungsarbeiten in der Wohnung dulden. Foto: picture alliance / dpa-tmn / Archiv

Berlin (dpa/tmn) - Allein der Vermieter entscheidet, ob, wann und in welchem Umfang das Mietshaus oder die Wohnung modernisiert werden.

Er muss die geplante Baumaßnahme zur Wohnwertverbesserung oder Energieeinsparung allerdings spätestens drei Monate vor Beginn der Arbeiten ankündigen, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Vermieter muss genau informieren

Das bedeutet, der Vermieter muss schriftlich informieren, welche Arbeiten im Einzelnen durchgeführt werden und welchen Umfang sie voraussichtlich haben. Außerdem muss er erklären, wann sie beginnen, wie lange sie ungefähr dauern und wie hoch die Mieterhöhung ausfallen wird.

Nach dem Gesetz müssen Mieter die Modernisierung dulden. Nur wenn die Baumaßnahme für sie oder ihre Familie eine Härte bedeuten würde, können sie widersprechen. Dann kommt es darauf an, was schwerer wiegt: die Härtegründe, auf die sich die Mieter berufen, oder die Interessen des Vermieters, die Modernisierung durchzuführen.

Höchstgrenzen für Mieterhöhung

Laut DMB können die Bauarbeiten selbst eine Härte sein. Mieter müssen zum Beispiel nicht dulden, dass die Heizung im Winter ausgebaut wird. Ebenso stellen die baulichen Folgen der Modernisierung eine Härte dar, wenn sich zum Beispiel die Fläche des Kinderzimmers halbiert, weil ein Bad eingebaut wird.

Ist die Miete nach der Modernisierungsmieterhöhung praktisch unbezahlbar, ist das ebenfalls ein Härtegrund. Ist der Vermieter allerdings gesetzlich verpflichtet, die Maßnahmen vorzunehmen - beispielsweise, um Energie einzusparen -, ist der Härteeinwand ausgeschlossen.

Hat der Vermieter die Wohnung modernisiert, darf er acht Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Bei Modernisierungen ab 2019 darf die Mieterhöhung innerhalb von sechs Jahren jedoch maximal drei Euro pro Quadratmeter betragen. Der Maximalbetrag beträgt sogar nur zwei Euro, wenn die Ausgangsmiete bei unter sieben Euro pro Quadratmeter lag.

Ist die Mieterhöhungserklärung in Ordnung, muss die neue Miete ab dem dritten Monat nach Zugang der Erklärung gezahlt werden.

© dpa-infocom, dpa:201217-99-728203/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Fassadendämmung in einer WEG baucht Vorlauf. Für eine solche Maßnahme sind bestimmte Mehrheiten erforderlich. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn/dpa Energetische Modernisierung: WEG muss viel Zeit einplanen Was schon für den Einzelnen nicht ganz einfach ist, ist für eine Gemeinschaft oft noch schwieriger: Immobilien energetisch zu modernisieren. Die Eigentümer müssen das gut und langfristig planen.
Nicht nur der Anstrich ist nach einer Sanierung wie neu: Die Arbeiten können auch Schäden beseitigen und künftige Mängel verhindern. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Mieter müssen nicht auf einer Baustelle leben Morgens ab sieben hämmert es, im Hausflur wirbelt der Baudreck durch die Gegend. Mieter müssen das bei Modernisierungen an sich hinnehmen. Voll zahlen müssen sie aber nicht immer.
Kommt das Mietshaus in die Jahre, muss es oft instandgesetzt werden. Doch manche Maßnahme kann auch als Modernisierung gelten. Dann müssen Mieter hinterher oft mehr Miete zahlen. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Was tun: Instandsetzung oder Modernisierung? Will der Vermieter ein Mietshaus instandsetzen oder komplett sanieren, müssen Mieter dies in aller Regel hinnehmen. Aber in einigen Fällen können die Bewohner auch Einwände erheben.
Wollen die Mieter Kaninchen halten, kann das vermietende Eigentümer in Schwierigkeiten bringen. Denn hier kollidieren Mietrecht und Wohneigentumsrecht. Foto: Christina Sabrowsky/dpa-tmn Was Eigentümer als Vermieter wissen sollten Für Mieter und Wohnungseigentümer gelten unterschiedliche Vorschriften. Das bringt insbesondere Eigentümer in Konflikte, die ihre Immobilie nicht selbst nutzen, sondern vermieten. Fünf Fallen für private Vermieter.