Verkäuferin muss Schadenersatz zahlen

09.10.2019
Ein Mann kauft ein Haus mitsamt der Einbauküche. Den Angaben der Verkäuferin zum Preis der Küche vertraut er zunächst. Doch dann findet er eine Zettel.
Das Gerichtsgebäude vom Oberlandesgericht in München. Foto: Matthias Balk/dpa
Das Gerichtsgebäude vom Oberlandesgericht in München. Foto: Matthias Balk/dpa

München (dpa) - Bei der Ablöse für die Einbauküche eines Hauses spielt der ursprüngliche Kaufpreis eine entscheidende Rolle. Das hat das Oberlandesgericht München jetzt in einem Berufungsprozess entschieden, in dem der Käufer des Einfamilienhauses gegen die Verkäuferin geklagt hatte.

Die Münchner Richter bestätigten damit ein Urteil des Landgerichts Landshut aus dem Vorjahr, in dem der Kläger Schadenersatz zugesprochen bekommen hatte.

Der Käufer hatte 2017 ein Einfamilienhaus für knapp 500.000 Euro erworben. Eine Einbauküche kaufte er für 15.000 Euro mit. Die Summe orientierte sich am Neupreis, der laut Immobilienexposé 25.000 Euro betragen hatte. Dann fand der neue Besitzer allerdings die Originalrechnung von nur 12.200 Euro und verlangte Schadenersatz, weil ihm die Küche mit diesem Wissen nur etwas mehr als 2000 Euro wert gewesen sei. Die Landshuter Richter sprachen dem Kläger daraufhin eine Rückzahlung von gut 7000 Euro zu.

Die Münchner Richter urteilten abermals, dass die Verkäuferin dem Käufer den wahren Preis hätte offenbaren müssen. Sie habe bei dem Abnehmer eine «Fehlvorstellung» hervorgerufen. Bei der zu hoch angesetzten Ablöse handle es sich daher um einen «Vertrauensschaden».

Vor dem Landgericht hatte die Verkäuferin argumentiert, sie habe für die Küche lediglich so wenig bezahlt, weil ihr ein Personalrabatt von 50 Prozent eingeräumt worden sei. Das entsprach dem Ergebnis der Beweisaufnahme zufolge jedoch nicht der Wahrheit. Das Möbelhaus habe allen Kunden einen solchen Nachlass gewährt, weil es sich beim Listenpreis von 25.000 Euro um einen «Mondpreis» handle.

Die Beklagte ging gegen das erstinstanzliche Urteil in Berufung, scheiterte nun jedoch damit. Eine Revision ließ das Oberlandesgericht nicht zu.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Rund zwölf Prozent aller Einbrüche geschehen über die Haustür. Gemeinsam mit dem Hausbesitzer geht Kriminalhauptkommisssar Ralph Müller (l) im Rahmen seiner Beratung zum Einbruchsschutz das ganze Haus ab. Foto: Daniel Maurer/dpa-tmn Wie die Polizei beim Einbruchschutz hilft Sie kommen in das behütete Zuhause. Nehmen den Schmuck mit. Wühlen in allen Schränken. Einbrecher stehlen nicht nur, sie verletzen auch die Privatsphäre. Doch wie schützt man sich? Die Polizei bietet persönliche Beratungen an. Ein Hausbesuch.
In ländlichen Wohngebieten setzen 33 Prozent der Privathaushalte auf eine alternative Energieversorgung. Besonders verbreitet ist die Solarthermie. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Haushalte in Städten liegen bei Energiewendetechnik hinten Ländliche Gebiete liegen vorn: Dort setzen mehr Privatleute auf Photovoltaik, Solarthermie und Co. als in den Städten. Generell ist einer Studie zufolge bei der Nutzung von Energiewendetechnologien noch Luft nach oben.
In vielen alten Häusern bestehen Trinkwasserrohre aus einer Materialmischung (Kupfer und Stahl). Das begünstigt den Rostfraß. Foto: Roland Weihrauch/dpa Nach gut 30 Jahren drohen verzinkte Stahlrohre zu platzen Verschleiß kommt überall mit der Zeit vor. Manchmal begünstigt die Materialmischung ihn aber: In vielen alten Häusern bestehen die Trinkwasserrohre teils aus Kupfer- und teils aus verzinkten Stahlrohren. Letzteren droht in der Kombination der Rostfraß.
In einem Kühlschrank mit einer Null-Grad-Zone lassen sich empfindliche Lebensmittel länger aufbewahren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wie Single-Haushalte günstiger wohnen Singles leben teurer. Sie zahlen im Verhältnis zu Paaren und Familien mehr Miete und mehr für Versicherungen. Auch ihre Einkäufe gehen tiefer in die Tasche: Nicht immer, aber häufig werden kleinere Mengen zu vergleichsweise höheren Preisen angeboten. Wie kann man da sparen?