Unwahre Behauptungen über Vermieter rechtfertigen Kündigung

07.03.2016
Nicht immer sind Mieter und Vermieter einer Meinung. In Streitfällen sollten allerdings gewisse Regeln eingehalten werden. Denn wer über seinen Vermieter zum Beispiel falsche Anschuldigungen verbreitet, lebt riskant.
Kündigung möglich: Wenn Mieter gegenüber Dritten über ihren Vermieter unwahre Behauptungen über den Vermieter verbreiten, ist das ein Vertrauensbruch. Foto: Kai Remmers
Kündigung möglich: Wenn Mieter gegenüber Dritten über ihren Vermieter unwahre Behauptungen über den Vermieter verbreiten, ist das ein Vertrauensbruch. Foto: Kai Remmers

München (dpa/tmn) - Falsche Beschuldigungen können ein Grund für eine Wohnungskündigung sein. Denn wenn Mieter gegenüber Dritten über ihren Vermieter unwahre Behauptungen verbreiten, ist das ein Vertrauensbruch.

In schweren Fällen ist dem Vermieter eine Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht mehr zumutbar, befand das Amtsgericht München (Az.: 412 C 29251/14),wie der Mieterverein München mitteilt.

In dem verhandelten Fall hatte eine Mieterin sich gegenüber weiteren Mietern im Haus abfällig über den Vermieter geäußert. Sie soll behauptet haben, er sei geldgierig, zocke Mieter ab und hätte sie sexuell belästigt. Als der Vermieter von diesen Anschuldigungen erfuhr, kündigte er der Mieterin fristlos. Die Mieterin erklärte allerdings, die Äußerungen nicht gemacht zu haben, und so landete der Fall vor Gericht.

Nach der Zeugenvernehmung gaben die Richter dem Vermieter Recht. Die Nachbarn der Mieterin hätten die Vorwürfe bestätigt, erklärten sie zur Begründung. Zudem hätten die Zeugen ausgesagt, dass die Mieterin versucht habe, ihre Nachbarn dazu zu bringen, sich mit dem Vermieter wegen einer Betriebskostenabrechnung zu streiten, ohne dass diese dies selbst wollten.

Diese Anschuldigungen der Mieterin sind nach Ansicht des Gerichtes derart massiv, dass dem Vermieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

Der Vermieter habe die Mieterin nicht provoziert oder sich sonst falsch verhalten. Die Mieterin habe völlig ohne Anlass die falschen Behauptungen gegenüber den Mitmietern aufgestellt. Die Behauptungen seien geeignet, die Ehre des Vermieters nachhaltig zu beschädigen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Übermäßige Wasserkosten müssen Mieter nicht zahlen, wenn der Verbrauch wegen eines Mangels zustande gekommen ist. Foto: Lukas Schulze/dpa Unerklärlicher Wasserverbrauch nicht auf Mieter umlegbar Wasser ist nicht umsonst. Was aber, wenn der Verbrauch von einem zum nächsten Jahr sprunghaft ansteigt? Müssen Mieter für die Kosten aufkommen, obwohl sie den Mehrverbrauch nicht notwendigerweise verantworten?
Stromkosten können die Haushaltskasse belasten. Allerdings können Verbraucher die Ausgaben mit dem Wechsel zu einem günstigen Versorger vergleichsweise einfach senken. Foto: Jens Büttner/dpa Strom und Gas: So finden Kunden einen günstigeren Anbieter Die Kosten für Strom und Gas belasten die Familienkasse oft ganz schön. Deshalb kann es sich für viele Verbraucher lohnen, ihren Anbieter zu wechseln. Was sie dabei beachten sollten.
Wer im Bad neue Fliesen verlegen will, muss vorher seinen Vermieter um Erlaubnis fragen. Dieser muss baulichen Veränderungen zustimmen. Sonst gibt es spätestens beim Auszug Probleme und Streit über Kosten. Foto: Nestor Bachmann Was als bauliche Veränderung gilt Ein altmodisches Bad, ein verbrauchter Bodenbelag, ein ungünstiger Wohnungsschnitt - es gibt genug Gründe, in der Mietwohnung selbst Hand anzulegen. Doch Vorsicht: Mieter können schnell über das Ziel hinausschießen. Nicht jede Baumaßnahme ist erlaubt.
Die Tür ist zu, der Schlüssel steckt drinnen: Wer einen Schlüsseldienst rufen muss, sollte ortsansässige Firmen vorziehen. Das spart Anfahrtskosten. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn Schlüsseldienst: Anfahrtskosten nur begrenzt zulässig 52 000 Rufnummern von vermeintlich lokal ansässigen Dienstleistern hat die Bundesnetzagentur abgeschaltet. Anrufer wurden an eine Zentrale weitergeleitet - die Folge: Sie mussten für die Handwerker hohe Anfahrtkosten bezahlen. So schützen Verbraucher sich.