Tankstelle Sonne: Wärme und Strom fürs Haus aus Solarenergie

02.05.2016
Die Sonne scheint kostenlos. Und ihre Energie ist unermesslich. Ein wenig davon lässt sich für das Heizen der Räume und des Warmwassers im Haus nutzen. Daher sind Solaranlagen auf dem Dach oder an der Fassade ein Weg zur Nutzung erneuerbarer Energien für das Haus.
Mit den Kollektoren einer Solarthermieanlage auf dem Dach lässt sich das Warmwasser im Haus erhitzen, aber auch die Heizung unterstützen. Foto: Andrea Warnecke
Mit den Kollektoren einer Solarthermieanlage auf dem Dach lässt sich das Warmwasser im Haus erhitzen, aber auch die Heizung unterstützen. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Die Kraft der Sonne lässt sich auf zwei Arten im Haus nutzen: für die Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen und für die Warmwasserbereitung. Außerdem unterstützt die Heizung mit Solarthermieanlagen.

Diese natürliche, niemals sich erschöpfende Ressource gilt als einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende.

Wie groß ist der Platzbedarf?

Für Anlagen zur Warmwasser-Bereitung genügt eine Kollektorfläche von 3 bis 7 Quadratmetern. Soll die Heizung unterstützt werden, sind 7 bis 15 Quadratmetern nötig. Stromanlagen mit sogenannten mono- und polykristallinen Siliziummodulen können laut dem Bundesverband Solarwirtschaft auf etwa 6 Quadratmetern ein Kilowattpeak erwirtschaften. Eine Fläche von 30 Quadratmetern und mit einer Leistung von 5 Kilowattpeak ist für einen Vier-Personen-Haushalt sinnvoll. Für große Anlagen eignen sich auch Dünnschichtmodule. Sie sind pro Kilowattstunde häufig günstiger, brauchen aber mehr Platz.

Rechnet sich die Investition in die Stromerzeugung?

Ab circa 6000 Euro gibt es laut BSW-Solar eine komplett installierte Anlage. Diese waren lange ein gutes Geschäft, weil ihre Besitzer den Strom zu guten Preisen ins Netz einspeisen konnten. Die Vergütung wurde aber nach und nach stark gesenkt. Stand im März 2016: 12,3 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz fallend, informiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer von BSW-Solar. Die Sätze werden teils quartalsweise gesenkt. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde vom Energieversorger kostet im Schnitt knapp 30 Cent.

«In der Regel rechnen sich die Anlagen heute vor allem über den Eigenverbrauch an Strom», erklärt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Einer Rechnung des Marktforschungsinstituts EuPD Research zufolge steigt die Rendite bei den Anlagen abhängig vom Eigenverbrauch. Wenn 15 Prozent des Solarstroms selbst genutzt werden, liegt die Rendite bei 2,9 Prozent. Bei 25 Prozent Verbrauchsquote steigt die Rendite auf 4,7 Prozent. Hausbesitzer sollten daher den Eigenverbrauch ausreizen, also etwa die Waschmaschine dann anschalten, wenn die Sonne scheint. Ohne einen Stromspeicher ist insgesamt eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 30 Prozent erreichbar, mit Batteriespeicher deutlich mehr.

Rechnet sich die Investition in eine Solarthermieanlage?

Die Kosten einer Anlage zur Warmwasserbereitung liegen laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) bei circa 4000 bis 5000 Euro mit Flachkollektoren und 5000 bis 6000 Euro mit Röhrenkollektoren. Eine Anlage zur Heizungsunterstützung kostet 9000 bis 12 000 Euro.

Auch die Heizung ist am günstigsten, wenn die Sonne scheint. «Aber im Frühjahr und Sommer wird die wenigste Heizenergie benötigt», betont Martin Brandis, Energieberater beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Hausbesitzer müssen deshalb die Investition in eine Solarheizung gut abwägen. «Wenn der Wärmebedarf sehr hoch ist und es keine geeigneten Flächen für die Kollektoren gibt, macht es wenig Sinn.» Ist das Haus so gut gedämmt, dass es nur einen geringen Wärmebedarf hat, könnte sich eine Anlage schon eher lohnen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer eine Immobilie kauft oder mietet, hat ein Anrecht, den Energieausweis des Gebäudes zu sehen. Foto: Franziska Gabbert Je grüner, desto sparsamer: Was der Energieausweis verrät Im Prinzip soll es einfach sein: Die Heizkosten in Häusern im grünen Bereich des Energieausweises sind geringer, im roten Bereich sind die Kosten höher. Und doch verwirren die Inhalte des Dokuments viele. Das liegt daran, dass es verschiedene Ausweisvarianten gibt.
Smart Meter geben Daten in Echtzeit weiter. So kann man etwa mit dem Smartphone seinen Stromverbrauch im Blick behalten. Foto: Phil Dera/www.co2online.de/dpa Die ersten Smart Meter werden installiert Nach und nach werden in Deutschland die Stromzähler ausgetauscht. Intelligente Geräte sollen zur Energiewende beitragen und den Haushalten helfen, Strom zu sparen, so das Ansinnen der Gesetzgeber. Aber erst einmal müssen die Verbraucher wohl draufzahlen.
Schon im roten Bereich? Wie effizient ist ein Gebäude und wie kann sich sein energetischer Zustand durch eine Sanierung verändern? All das kann ein Energieberater untersuchen. Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn Foto: Franziska Gabbert Nur mit Zulassung: Den passenden Energieberater finden Die Berufsbezeichnung des Energieberaters ist nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Und in der Tat bieten Vertreter der unterschiedlichsten Professionen ihre Dienste als Energieberater an. Wie finden Hausbesitzer einen kompetenten?
Egal ob Neubau oder Sanierung: Der Staat fördert Immobilieneigentümer mit zahlreichen Porgrammen. Foto: Hauke-Christian Dittrich Welche Förderung gibt es 2019 für Hausbau und Sanierung? Immobilienbesitzer haben viele Möglichkeiten, ihr Haus mit Geld aus der Staatskasse auf Vordermann zu bringen. Auch wer Wohneigentum bauen oder kaufen will, bekommt 2019 wieder Zuschüsse.