Steuervorteil gilt nicht nur für Objekt

19.01.2021
Eine energetische Sanierung zahlt sich auch steuerlich aus. Die gute Nachricht: Das Bundesfinanzministerium hat die entsprechende Regelung jetzt steuerzahlerfreundlich ausgelegt.
Die energetische Modernisierung zahlt sich auch steuerlich aus. Der Steuervorteil gilt nicht nur für das Objekt, sondern ist auch personenbezogen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Die energetische Modernisierung zahlt sich auch steuerlich aus. Der Steuervorteil gilt nicht nur für das Objekt, sondern ist auch personenbezogen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Fest steht: Eine energetische Sanierungsmaßnahme zahlt sich für Eigentümer auch steuerlich aus. Allerdings nur, wenn die Sanierungsmaßnahme an einem Objekt durchgeführt wird, das älter als zehn Jahre ist und eigenen Wohnzwecken dient, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Anders als bisher angenommen, handelt es sich bei der Regelung nicht um eine rein objektbezogene Förderung. Das hat Vorteile.

Grundsätzlich beträgt die Steuermäßigung 20 Prozent der Aufwendungen von bis zu 200 000 Euro, die sich auf drei Jahre wie folgt verteilt: 7 Prozent im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahme, 7 Prozent im zweiten und 6 Prozent im dritten Jahr. Es kann sich folglich eine Steuerermäßigung von bis zu 40 000 Euro ergeben.

Günstige Auslegung durch Finanzministerium

Diesen Höchstbetrag hat das Bundesfinanzministerium jetzt steuerzahlerfreundlich ausgelegt. Danach gilt er sowohl pro begünstigtes Objekt als auch für jeden Steuerpflichtigen. «Das ist relevant, wenn ein Objekt übertragen wird», erklärt BVL-Geschäftsführer Erich Nöll.

Der personenbezogene Höchstbetrag bedeutet, dass bei einem Verkauf oder einer Schenkung oder Erbschaft, des Objektes für dieses Objekt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung von 40 000 Euro neu gilt.

Die Objektbezogenheit des Höchstbetrages bedeutet, dass dieser Maximalbetrag aufgeteilt werden muss, wenn die Immobilie zur gleichen Zeit im Eigentum mehrerer Personen steht. «Die Aufteilung erfolgt dann im Verhältnis der Miteigentumsanteile», erläutert Nöll.

Auch Materialkosten sind begünstigt

Auf wie viele einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen sich die Aufwendungen von 200 000 Euro verteilen, spielt keine Rolle. Weitere Voraussetzung ist, dass die Baumaßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt wird und die Zahlung auf das Konto, also keine Barzahlung, erfolgt.

Die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen begünstigt im Gegensatz zur Förderung von Handwerkerleistungen nicht nur die Arbeitsleistung, Fahrtkostenpauschalen und in Rechnung gestellte Maschinenstundensätze, sondern alle Aufwendungen des Steuerpflichtigen, also insbesondere auch die Materialkosten, die im Zusammenhang mit den energetischen Maßnahmen stehen.

Als energetische Sanierungsmaßnahmen zählen: Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und von Geschossdecken, Erneuerung der Fenster oder Außentüren und der Heizungsanlage, Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage, Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

© dpa-infocom, dpa:210119-99-87977/2

Paragraf 35c Einkommensteuergesetz (EStG)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Im Schnitt wird rund ein Drittel des Stroms der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach auch im Haushalt verbraucht. Foto: Nestor Bachmann Lohnen sich Photovoltaik- und Solarthermie-Investitionen? Es gibt eine ganze Reihe Förderungen für Solaranlagen und deren Erweiterungen um Speicher oder Wärmepumpen im Eigenheim. Auch sinken die Preise der Technik. Wie sehr lohnt sich die Anschaffung aktuell? Und auf was setzt man am besten - Thermie oder Photovoltaik?
Stromkosten können die Haushaltskasse belasten. Allerdings können Verbraucher die Ausgaben mit dem Wechsel zu einem günstigen Versorger vergleichsweise einfach senken. Foto: Jens Büttner/dpa Strom und Gas: So finden Kunden einen günstigeren Anbieter Die Kosten für Strom und Gas belasten die Familienkasse oft ganz schön. Deshalb kann es sich für viele Verbraucher lohnen, ihren Anbieter zu wechseln. Was sie dabei beachten sollten.
Aus alten Holzabfällen der Industrie werden heute tonnenweise Pellets zum Verheizen in speziellen Öfen hergestellt. Foto: Deutsches Pelletinstitut Wärme aus Sägespänen: Heizen mit einem Pelletofen Manche Ressource steht nicht unbegrenzt zur Verfügung, aber ganz schön viel davon ist lange als nutzloser Müll behandelt worden. Mit den Sägespänen der Holzindustrie - gepresst zu Pellets - lassen sich Räume heizen. Auch diese Öfen werden daher gefördert.
Mit einem Energieausweis müssen Eigentümer nachweisen, wie effizient ihre Immobilie ist. Er ist aber nur zehn Jahre gültig. Foto: Christophe Gateau Brauchen Eigentümer neue Energieausweise? Seit gut zehn Jahren gilt auch für Gebäude eine Ausweispflicht. Mit einem Energieausweis müssen Eigentümer nachweisen können, wie effizient ihre Immobilie ist. Gültig sind die Dokumente zehn Jahre lang. Ist die Frist abgelaufen, muss ein neuer Ausweis her.