Statt Bodenanalyse: Unkraut zeigen Mangel an

26.04.2016
Unkraut ist der Feind des Hobbygärtners. Dabei kann es ihm auch helfen. Denn wachsen viele der eigentlich nicht im Garten gewollten Pflanzen an einem Standort, deutet das auf bestimmte gute Lebensbedingungen und Bodenverhältnisse hin.
Das Wiesenschaumkraut wächst gerne und gut auf nassem Boden. Foto: Mascha Brichta
Das Wiesenschaumkraut wächst gerne und gut auf nassem Boden. Foto: Mascha Brichta

Bonn (dpa/tmn) - Hobbygärtner sehen ihrem Gartenboden nicht an, welche Stoffe er enthält und woran es ihm mangelt. Das lässt sich über eine kostenpflichtige Bodenanalyse herausfinden. Manchmal hat man aber auch Glück, und es wachsen Pflanzen, die einen Hinweis auf den Zustand des Bodens geben.

Man spricht von Zeiger- oder Indikatorpflanzen - meist solche Pflanzen, die uns als Unkraut gelten. So deuten viele Brennnesseln darauf hin, dass die Erde reich an Stickstoff ist. Solche Pflanzen sind nur wenig tolerant gegenüber Veränderungen und verschwinden so daher schnell wieder, wenn sich ihre Lebensbedingungen ändern, wie der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn erklärt.

Das hilft dem Gartenbesitzer aber nicht nur bei der Auswahl seiner Düngemittel, sondern gibt ihm auch Hinweise, welche weiteren Pflanzen sich an den Standorten besonders wohlfühlen könnten. Wichtig ist aber, dass nicht nur eine dieser Zeigerpflanzen dort wächst, sondern gleich eine Vielzahl. Das kann der Hobbygärtner am Unkraut in seinem Garten erkennen:

Verdichteter Boden und Staunässe: Darauf wachsen Mädesüß, Acker-Schachtelhalm, Ackerminze, Huflattich, Ackerkratzdistel, Kriechender Hahnenfuß, Quecke, Gänsefingerkraut und Breitwegerich. Das muss der Gärtner wissen: Ein verdichteter Boden ist weniger gut in der Lage, Wasser zu speichern. Außerdem hat dichte Erde weniger Raum für Luft und lässt Nährstoffe schlechter durch. Die Wurzeln von Pflanzen, die mit dichtem Boden nicht klarkommen, haben es auch schwerer, sich auszubreiten.

Sauer: In dieser Erde gedeihen gut Hundskamille und der Kleine Sauerampfer, aber auch Ackerminze, Hasenklee und das Schmalblättrige Weidenröschen. In solchen Böden wachsen aber auch einige beliebte Gartenpflanzen gut, etwa Heidepflanzen, Kulturheidelbeeren und Azaleen.

Reich an Stickstoff: Brennnessel, Melde, Vogelmiere, Giersch, Franzosenkraut, Kletten-Labkraut, Kohl-Gänsedistel, Gartenwolfsmilch, Hirtentäschel, Persischer Ehrenpreis und Weißer Gänsefuß finden sich hier. Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe für Pflanzen - an sich ist der Boden also gut. Doch man darf es dann mit dem Düngen nicht übertreiben, denn das kann die Anfälligkeit für Schaderreger erhöhen.

Stickstoffarm: Wilde Möhre, Ackerfuchsschwanz, Mauerpfeffer, Breitblättriger Hohlzahn und die Rauhaarige Wicke zeigen sich auf diesem Boden. Hier kann ein stickstoffbetonter Dünger gut sein.

Nasser Boden: Ampfer, Kohldistel und Wiesenschaumkraut zeigen an, dass sich hier auch Zierpflanzen wohlfühlen werden, die viel Feuchtigkeit brauchen.

Trockener Boden: Das Wachstum von Sommer-Adonisröschen, Reiherschnabel, Mittlerer Wegerich, Kleiner Storchenschnabel und Färberkamille sind ein Hinweis auf einen guten Standort für trockenheitsliebende Zierpflanzen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
In einem stark durchnässten Boden gelingt es ihnen schlechter, Wurzeln zu bilden und diese auszubreiten. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Nach Starkregen und Hochwasser: So gehen Hobbygärtner vor Bei Starkregen und Sturzfluten leidet auch der Gartenboden. Hobbygärtner sollten ihn dann erst mal nicht betreten. Denn in sehr feuchtem Zustand leidet sonst die Luftzufuhr. Und selbst wenn der Boden oberflächlich getrocknet ist, können zarte Sämlinge ersticken.
So sehen typische Birnenbäume nicht aus: Spalierobst lässt sich in vielen verschiedenen Wuchsformen erziehen. Foto: Isabelle van Groeningen Spalierobst in den Garten setzen Wer eigenes Obst ernten will, braucht dafür keinen großen Obstgarten. Spalierobst benötigt nur wenig Platz und kann dazu noch sehr dekorativ wirken. Der Herbst ist die ideale Zeit zum Anpflanzen.
Rhododendren sind beliebte, aber anspruchsvolle Gewächse für den Hausgarten. Je nach Sorte erblühen sie im Frühling oder Sommer. Foto: Andrea Warnecke Züchtungen des Rhododendron wachsen auch in schweren Böden Rhododendren sind eigentlich immer grün und blühen kräftig. Das allerdings nur, wenn sie mit der richtigen Erde versorgt sind und an einem günstigen Platz stehen.
Ein Platz in der Sonne, und das selbst, wenn es im Freien nicht ganz so warm ist: In Wintergarten fühlt man sich dank der großen Glasfronten ein wenig wie mitten im Garten. Foto: VFF/Schüco International Der Lieblingsplatz unter Glas: Die Planung des Wintergartens Diesen Wohnraum mögen viele besonders gerne: der Wintergarten am Haus. Hier kann man das Gefühl haben, mitten im Garten zu sitzen, und doch ist es an kalten Tagen mollig warm - zumindest wenn die Dämmung stimmt und es eine Heizung gibt.