Solaranlagen nachrüsten: Wann sich Batteriespeicher lohnen

21.06.2016
Nur rund 30 Prozent des Stroms, den eine Solaranlage auf dem Hausdach produziert, wird direkt im eigenen Haushalt benutzt. Der Rest landet oft im öffentlichen Stromnetz, aber das bringt kaum noch Geld ein. Batteriespeicher können die Lösung sein - sind es aber nicht immer.
Um den Strom nutzen zu können, setzt die Industrie auf Energiespeicher. Für ältere Anlagen lohnt sich dieser aber nicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Um den Strom nutzen zu können, setzt die Industrie auf Energiespeicher. Für ältere Anlagen lohnt sich dieser aber nicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Berlin (dpa) - Die Sonne scheint tagsüber - also dann, wenn viele Menschen nicht zu Hause sind. Dann können sie den von der heimischen Solaranlage produzierten Strom gar nicht verbrauchen. Die Industrie setzt daher immer mehr auf Batteriespeicher, die Energie einlagern, so dass sie auch nachts oder bei Bewölkung zur Verfügung steht.

Bei neuen Anlagen sind die Speicher oft dabei, ältere Anlagen lassen sich nachrüsten. Ob sich das aber für den Besitzer lohnt, hängt vor allem vom Jahr der Installation der Photovoltaikanlage ab: Geschah dies vor 2009, ist es nach Berechnungen des Bundesverband Solarwirtschaft vorteilhafter, den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen. Denn für solche Systeme erhalten Hausbesitzer noch hohe Einspeisevergütungen.

Für Solaranlagen, die zwischen 2009 und dem 31. März 2012 in Betrieb gingen, lohnt sich dagegen eine Batteriespeicher-Nachrüstung. Denn wer auf die Einspeisevergütung verzichtet und den Strom selbst verbraucht, bekommt einen Eigenverbrauchsbonus. Für noch jüngere Anlagen kann sich die Nachrüstung des Batteriespeichers ebenfalls auszahlen, da die Einspeisevergütung hier deutlich geringer ist als der Strompreis. Der Verband schränkt allerdings ein, dass dies immer abhängig von der Größe und den Kosten des Speichers sei.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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