So schützen Sie Pflanzen vor Vierbeinern

25.12.2020
Pflanzen in Katzenhaushalten haben oft ein hartes Leben. Sie werden angeknabbert, umgestoßen, ihre Erde wird zerwühlt. Da hilft auch kein Schimpfen. Zum Glück gibt es andere Möglichkeiten.
Verführerisches Grünzeug: Pflanzen und Blumen üben auf manche Katzen eine magische Anziehungskraft aus. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Verführerisches Grünzeug: Pflanzen und Blumen üben auf manche Katzen eine magische Anziehungskraft aus. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Bad Homburg (dpa/tmn) - Viele Katzen haben Pflanzen im wahren Wortsinn zum Fressen gerne - damit bereiten sie ihren Besitzern natürlich keine Freude. Die Vierbeiner knabbern nicht nur an den Blättern, sondern buddeln auch in der Blumenerde oder schmeißen die Pflanze gleich ganz um.

«Es sind vor allem junge und verspielte Katzen, die sich über die Pflanzen hermachen», erklärt die Haustiertrainerin Michaela Asmuß aus dem hessischen Bad Homburg. Auch gelangweilte erwachsene Wohnungskatzen können Pflanzen als spannendes Spielzeug missbrauchen. Außerdem gibt es Katzen, die einfach gerne knabbern.

Schimpfen können Katzen nicht zuordnen

Doch was tun, um die Pflanzen zu schützen? Mit der Katze zu schimpfen hilft gar nicht - erst recht nicht, wenn das Chaos schon angerichtet ist. «Die Katze weiß dann gar nicht, warum geschimpft wird. Am besten, man macht die Bescherung wortlos weg», empfiehlt Asmuß.

Auch wenn die Katze auf frischer Tat ertappt wird, sollte sie keinesfalls bestraft werden. Je nach Charakter der Katze bekommt diese dann Angst oder wird aggressiv.

Freigänger können sich draußen ausleben

Ist die Katze unterfordert, müssen sich die Besitzer etwas einfallen lassen, um ihr Tier auszulasten. Eine Möglichkeit ist es, dem Tier Freigang zu gewähren. «Freigänger stellen in der Wohnung nicht so viel an wie reine Wohnungskatzen, weil sie sich draußen austoben und viele Eindrücke sammeln können», erklärt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

Wenn Katzen in der Wohnung bleiben müssen, sollte der Halter viel mit ihnen spielen. Auch Clickertraining wird von den meisten Katzen gerne angenommen.

Diese Pflanzen sind für Katzen giftig

Schon bei der Auswahl der Pflanzen sollte an die Katze gedacht werden. Tabu sind natürlich giftige Vertreter. Dazu gehören laut Tierschutzbund bei den Topfpflanzen Alpenveilchen, Amaryllis, Begonie, Korallenbäumchen, Weihnachtsstern und Wüstenrose.

«Auch alle Zwiebelgewächse wie Hyazinthen oder Tulpen sind giftig», ergänzt Asmuß und warnt ausdrücklich vor Lilien. «Daran sind alle Teile hochgiftig. Es reicht, wenn Pollen auf das Katzenfell fliegen und das Tier diese ableckt.»

Typische Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Zittern, Durchfall, Schaum vor dem Maul und Apathie. In einem solchen Fall sollte das Tier sofort zum Veterinär gebracht werden.

Pflanzen mit dicken Blättern sind oft uninteressant

Ansonsten können Halter beim Kauf von Pflanzen auf dicke fleischige Blätter achten - so etwas finden Katzen langweilig. Sie mögen viel mehr lange, feine, gut bewegliche Pflanzenteile, mit denen sie fangen spielen können.

Da gerade junge Katzen nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch die Blumenerde oft hoch interessant finden, können sie durch große Steine im Topf vom Buddeln abgehalten werden. «Alternativ kann man einen Topfschutz aus elastischem Material anbringen, der über den Topf gezogen wird und den Stängel ausspart», so Schmitz vom Tierschutzbund.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, die Wohnung auch mit Pflanzen zu schmücken, an die Katzen nicht nur gehen wollen, sondern auch dürfen. Mit etwas Glück lassen die Tiere dann das andere Grün in Ruhe. Sinnvoll ist das allerdings nur bei Katzen, die Pflanzenteile gut vertragen und nicht immer wieder heraus würgen. Sonst fängt das Putzen für Halter von vorne an.

© dpa-infocom, dpa:201223-99-797774/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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