So kommen Möbel gut durch die Heizperiode

19.10.2020
Trockene Heizungsluft beansprucht nicht nur die Haut. Auch Möbel reagieren darauf. Da kann eine besondere Portion Aufmerksamkeit nicht schaden. Was Polster, Leder und Holz jetzt brauchen.
Glatte Lederoberflächen sollte man trocken oder leicht feucht reinigen. Ein spezielles Pflegemittel verleiht den Möbeln anschließend neuen Glanz. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Glatte Lederoberflächen sollte man trocken oder leicht feucht reinigen. Ein spezielles Pflegemittel verleiht den Möbeln anschließend neuen Glanz. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Weinstadt (dpa/tmn) - Der Herbst ist eine gute Zeit für die Reinigung und Pflege der Möbel. Denn in der bevorstehenden Heizperiode sind sie besonderen Anforderungen ausgesetzt.

Um trockener Luft und dem Einfluss von Raumsprays, Duftkerzen oder anderen Chemikalien standzuhalten, brauchen sie einen guten Oberflächenschutz. Ein Überblick:

Polstermöbel: Sofas und Sessel müssen zuerst von Staub und Krümeln befreit werden. Hierfür eignet sich am besten ein Staubsauger mit Polsterdüse, der die Partikel bei geringer Saugstärke aufnimmt.

Bei Textiloberflächen kommt zur anschließenden Pflege eine Lösung aus Neutralseife und destilliertem Wasser oder der lauwarme Schaum eines Feinwaschmittels infrage. Beides sollte rückstandslos mit einem feuchten Baumwolltuch wieder aufgewischt werden. «Wichtig ist, immer in Strichrichtung und ohne großen Druck zu wischen», rät Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel.

Glatte Lederoberflächen: Sie sind relativ leicht zu reinigen. «Am besten ist es, Lederoberflächen trocken oder leicht feucht abzuwischen. Keinesfalls darf zu viel Wasser verwendet werden, das würde unschöne Ränder hinterlassen», betont Frank Wickert-Meuser, Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft in Weinstadt. Anschließend kann ein geeignetes Leder-Pflegemittel zum Einsatz kommen.

Rau- oder Nubukleder: Möbel mit Rau- oder Nubukleder werden zunächst einfach abgestaubt. Stärker benutzte Stellen können mit einer Raulederbürste vorsichtig aufgeraut werden. «Wenn es unbedingt notwendig ist, kann das Leder großflächig mit einer Lösung aus destilliertem Wasser und sehr wenig alkalifreier Naturseife gereinigt und aufgefrischt werden», sagt Winning.

Als Pflegemittel für Rau- oder Nubukleder eignen sich fettfreie Sprays, die vom Möbelhersteller ausdrücklich empfohlen werden. Es ist ratsam, die Pflegekur gegebenenfalls zunächst an unauffälligen Stellen auszuprobieren.

Kunstleder: Kunstleder kann man, anders als echtes Leder, durchaus feucht reinigen. «In der Regel wird vom Hersteller ein Spezialreiniger für Kunstleder empfohlen. Daran sollte man sich halten», sagt Wickert-Meuser.

Massivholzmöbel und Furnieroberflächen: Bei Furnier und Massivholz unterscheidet man zwischen offenporigen und versiegelten Oberflächen. «Leichte Verschmutzungen auf offenporigen Oberflächen können mit einem weichen Tuch entfernt werden», sagt Ursula Geismann, Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur. Das Tuch sollte trocken und vor allem richtig sauber sein. Ansonsten könnte die Oberfläche in Mitleidenschaft gezogen werden.

«Vollkommen tabu sind Mikrofasertücher. Sie können die Oberfläche im Mikrobereich zerkratzen. Dann sammelt sich an den beschädigten Stellen schnell neuer Staub.»

Bei versiegelten Furnieroberflächen kann ein feuchtes Tuch zum Einsatz kommen. Die verunreinigte Stelle sollte sehr vorsichtig abgerieben werden. Anschließend mit einem weichen Tuch ohne Druck trocken wischen.

Auch lackierte Furnieroberflächen dürfen nicht mit Mikrofasertüchern gereinigt werden, da die Fasern die furnierte Oberfläche beschädigen können. Möbelpolituren auf Milchbasis können lackierten Oberflächen ihren alten Glanz zurückbringen.

© dpa-infocom, dpa:201016-99-968601/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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