So klappt der Einkauf ohne Plastik

28.05.2018
In den Supermärkten sind die meisten Lebensmittel mittlerweile in Plastik verpackt. Das macht es dem Verbraucher nicht gerade leicht, Verpackungsmüll zu vermeiden. Ein paar Möglichkeiten gibt es dennoch.
Dem Umweltschutz zuliebe sollte man beim Einkauf möglichst auf Plastik verzichten. Foto: Benjamin Nolte
Dem Umweltschutz zuliebe sollte man beim Einkauf möglichst auf Plastik verzichten. Foto: Benjamin Nolte

Berlin (dpa/tmn) - Gerade im Supermarkt fällt auf, wie viel Plastik nur einmal genutzt und dann entsorgt wird. Es geht in vielen Fällen aber auch anders:

- Stofftasche: Statt umweltschädlicher Plastiktüten bieten viele Händler Beutel aus Papier, Mais oder Zuckerrohr an. Das sind keine echten Alternativen, betont das Bundeszentrum für Ernährung in Bonn. Zwar verrotten sie schneller als Plastik, doch in ihrem Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung setzen auch die Alternativen viele klimaschädliche Gase frei.

Daher lautet der Rat: besser den eigenen Stoffbeutel zum Einkaufen mitbringen. Und wenn der mal vergessen wird, dann ist am ehesten der Griff zu einer Mehrwegtasche zu vertreten - wenn man diese auch wirklich mehrfach verwendet. Denn ihre Produktion ist umweltschädlicher als die von Einwegtaschen, so die Experten. Wichtig: Stoffbeutel regelmäßig waschen, damit sie hygienisch bleiben.

- Häkelbeutel für Obst: Loses Obst und Gemüse gibt man im Supermarkt in gesonderte kleine Folienbeutel. Auch die lassen sich ohne Komfortverlust ersetzen. Das Bundeszentrum für Ernährung rät, extra für diese Einkäufe durchsichtige Mehrweg-, Leinen- oder Häkelbeutel mitzunehmen. Damit muss man an der Kasse nicht alle Tomaten einzeln hervorholen.

- Dosen von Wurst: Oft lehnen die Händler es mit Verweis auf Hygieneregelungen ab, Wurst und Käse an der Theke in mitgebrachte Dosen zu füllen. Denn nichts, was der Kunde selbst mitbringt, darf in den Bereich hinter der Theke gelangen. Es gibt aber eine Lösung: Das Bundeszentrum für Ernährung rät, die Dose oben auf der Theke abzustellen, der Verkäufer legt dann die Ware hinein. Alternativ kann man vorschlagen, die geöffnete Mehrweg-Dose auf ein Tablett zu stellen. Nur dieses muss der Verkäufer anfassen, auf die Waage stellen, befüllen und zurückgeben. Der Käufer schließt die Dose wieder selbst.

- Zeichen setzen: Viele Lebensmittel im Supermarkt sind in Plastik verpackt. Wenn es nicht möglich ist, auf unverpackte Lebensmittel oder auf Verpackungen aus Glas, Papier und Karton zurückzugreifen, rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dazu, die Folien bewusst im Laden zurückzulassen. Der Handel müsse dafür entsprechende Sammelboxen zur Verfügung stellen.

Weitere Infos des Bundeszentrums für Ernährung

EU will Plastikbesteck und -geschirr verbieten

Einweggeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter aus Plastik sollen in der Europäischen Union verboten werden, um Umwelt und Meere besser zu schützen. Die EU-Kommission bestätigte am Montag ihre bereits inoffiziell bekannten Pläne. Dazu gehört auch, dass andere Wegwerfartikel aus Plastik zurückgedrängt und die Hersteller für Umweltschäden zur Kasse gebeten werden.

Die Kommission verspricht sich große Umweltvorteile von ihren Plänen. So sollen die Maßnahmen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, erklärte die Brüsseler Behörde. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

Die Kommission begründet den Vorstoß hauptsächlich mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik. Die vorgeschlagene EU-Richtlinie nimmt zehn Wegwerf-Produkte sowie ausrangierte Fischernetze besonders ins Visier, die nach Angaben der EU-Kommission zusammen 70 Prozent des Mülls an Stränden ausmachen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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