Schäden im Treppenhaus: Nur WEG kann Schadenersatz fordern

18.11.2021
Schäden nach dem Auszug werden oft mit der Mietkaution verrechnet. Das ist nicht immer rechtens. In Eigentümergemeinschaften etwa, spielt es für Schadenersatzansprüche eine Rolle, was beschädigt ist.
Beschädigen Mieter einer Eigentumswohung Gemeinschaftseigentum, kann nur die Gemeinschaft Schadenersatz fordern. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Beschädigen Mieter einer Eigentumswohung Gemeinschaftseigentum, kann nur die Gemeinschaft Schadenersatz fordern. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Viele Eigentümer vermieten ihre Wohnungen. Kommt es zu Schäden, stellt sich immer die Frage: Wer kann Schadenersatz geltend machen? Der Eigentümer oder die Eigentümergemeinschaft? Eine Antwort gibt ein Urteil des Amtsgerichts München (Az.: 414 C 22283/20),über das die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Nr. 21/2021) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

Demnach kommt es darauf an, wo der Schaden entstanden ist. Wird Gemeinschaftseigentum beschädigt, kann laut Gericht nur die Wohneigentümergemeinschaft (WEG) entsprechende Forderungen stellen. Der Eigentümer darf die Mietkaution in einem solchen Fall nicht einfach zurückbehalten.

In dem verhandelten Fall hatten Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens beim Auszug einer Mieterin das Treppenhaus beschädigt. Der Verwalter der WEG hatte den Eigentümer der Wohnung aufgefordert, diese Schäden zu beseitigen. Daher hatte der Eigentümer die Mietkaution der ehemaligen Mieterin nicht ausgezahlt. Die Mieterin klagte den Betrag nun vor Gericht ein.

Mit Erfolg: Der beklagte Eigentümer habe kein Zurückbehaltungsrecht, befand das Gericht. Der Rückzahlungsanspruch der Klägerin sei nicht erloschen. Eine Beschädigung des Treppenhauses durch die Klägerin oder von ihr beauftragte Personen führten zwar zu einem Schadenersatzanspruch. Diesen könne in diesem Fall aber nur die Gemeinschaft geltend machen. Denn beschädigt wurde Gemeinschaftseigentum.

© dpa-infocom, dpa:211118-99-47747/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eigentumswohnungen sind bei vielen beliebt. Um die Nutzung kann allerdings schnell Streit entstehen, denn geht es ums ihr Eigentum reagieren Bewohner mitunter empfindlich. Foto: Andrea Warnecke Wenn Wohnungseigentümer in Streit geraten Endlich etwas eigens. Nie mehr Miete zahlen. Für viele erfüllt sich mit einer Eigentumswohnung der Traum von der eigenen Immobilie. Aber wer glaubt, in seinen vier Wänden nun alles machen zu dürfen, der irrt.
Wer sein Haus zum Verkauf stellt, sollte wissen, wie viel die Immobilie wert ist. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Lage und Ausstattung bestimmen Immobilienpreis Das eigene Zuhause ist gefühlt besonders teuer: Es hat Arbeit gemacht, Erinnerungen sind damit verbunden. Aber wie viel ist die Immobilie anderen wert? Manches können Besitzer selbst herausfinden.
Gehört der Balkon zum Gemeinschafts- oder Sondereigentum? Die Antwort fällt vermutlich anders aus, als viele denken. Denn der Balkon gehört in der Regel allen Eigentümern. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Häufige Irrtümer von Wohnungseigentümern Viele träumen von der eigenen Immobilie. Doch ob man ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung kauft, macht einen großen Unterschied. Denn während der Hausbesitzer (fast) alles alleine entscheiden darf, muss der Wohnungseigentümer sich absprechen.
Eigentümer einer Dachgeschosswohnung können von einer Sonderumlage ausgeschlossen sein, wenn die Immobilie noch nicht ausgebaut wurde. Das zeigt ein Urteil aus Berlin. Foto: Jens Kalaene Eigentümer von Dachgeschossrohling muss kein Wohngeld zahlen Wer zahlt in einer Eigentümergemeinschaft für was? Antworten auf diese Frage finden sich in der Teilungserklärung. Einzelne Eigentümer können dabei von der Kostenbeteiligung befreit werden - wenn es dafür gute Gründe gibt. Etwa wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut ist.