Rückschlag von Kettensägen nicht unterschätzen

01.02.2016
Bei der Arbeit mit einer Kettensäge kommt es leicht zu schweren Unfällen. Besonders oft wird das Risiko eines Rückschlags verkannt. Heimwerker, die das Gerät benutzen, sollten daher immer Helm und Gesichtsschutz tragen.
Heimwerker, die mit einer Kettensäge arbeiten, sollten Sicherheitskleidung tragen. Denn kommt es etwa zu einem Rückschlag, wird es sehr gefährlich. Foto: Jan Woitas
Heimwerker, die mit einer Kettensäge arbeiten, sollten Sicherheitskleidung tragen. Denn kommt es etwa zu einem Rückschlag, wird es sehr gefährlich. Foto: Jan Woitas

Berlin (dpa/tmn) - In der Winterzeit dröhnen in vielen Gärten die Kettensägen. «Nicht ohne Grund, denn in wenigen Wochen beginnen die Vögel ihre Nester zu bauen, und die Brutzeit beginnt», erklärt Peter Birkholz, Ratgeberautor der Stiftung Warentest in Berlin.

«Ab dem 1. März nämlich dürfen keine Baumfällungen und Rückschnitte mehr erfolgen.» Wer die Kettensäge nach langer Pause aus dem Keller holt, sollte seine Sicherheitsmaßnahmen noch mal extra bedenken:

«Kettensägen sind neben den Trennschleifern die gefährlichsten Elektrowerkzeuge überhaupt», betont Birkholz. «Unfälle mit diesen Geräten haben oft verheerende Folgen.» Durch Unachtsamkeit können in Sekundenschnelle Glieder abgetrennt werden, sogar tödliche Unfälle kommen vor. «Am gefährlichsten bei einer Kettensäge ist die Gefahr des Rückschlags, im Fachjargon Kick-back genannt», so der Heimwerkerexperte. «Gerät man bei laufender Säge unverhofft mit der Schwertspitze gegen den Holzstamm oder Sägebock, so schlägt es die Säge schlagartig nach oben.» Wer darauf nicht vorbereitet ist, kann von der Rückseite der laufenden Säge an der Schulter, dem Hals oder am Kopf getroffen werden.

«Profis sieht man deshalb niemals ohne Helm und Gesichtsschutz arbeiten», betont Birkholz. «So schreiben es die berufsgenossenschaftlichen Sicherheitsbestimmungen vor, und so steht es auch in jeder Bedienungsanleitung.» Für ihn gehören zur professionellen Sicherheitsausstattung darüber hinaus feste Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe und eine gepolsterte Schutzkleidung, die einen gewissen Schutz vor der laufenden Sägekette bietet.

«Auch gelegentliche Benutzer von Kettensägen sollten sich über ihre Sicherheit einige Gedanken machen», findet der Experte. «Ein Helm mit Gesichtsschutz kostet nicht die Welt, ein paar feste Schuhe, die einen sicheren Stand ermöglichen, besitzt sicherlich jeder und Arbeitshandschuhe auch.» Er rät Heimwerkern, generell nicht auf einer Leiter mit der Kettensäge zu arbeiten. Außerdem sollten sie beim Zerteilen dicker Äste darauf achten, dass diese nicht unter Spannung stehen, was zum Klemmen der Säge führen kann. «Helfer haben im Arbeitsbereich der Säge nichts zu suchen, weder zum Festhalten noch zum Wegräumen.»

Grundsätzlich sollten Heimwerker auch die Spannung der Sägekette in kurzen Abschnitten kontrollieren und nachstellen sowie regelmäßig Kettenöl nachfüllen. Eine reißende Sägekette ist ein unkontrollierbares Risiko. Mit etwas Umsicht und Konzentration lassen sich Unfälle weitestgehend vermeiden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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