Photovoltaikanlage funktioniert nicht nur mit Südausrichtung

11.06.2020
Selbstproduzierter Solarstrom vom eigenen Dach oder von der Hauswand kann die Stromrechnung reduzieren. Die Installation ist auf der Mehrzahl der Dächer möglich. Worauf müssen Hausbesitzer achten?
Eine Neigung von 30 Grad ist optimal für Solarstrommodule auf dem Dach - direkt nach Süden zeigen muss die Anlage dabei nicht. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Eine Neigung von 30 Grad ist optimal für Solarstrommodule auf dem Dach - direkt nach Süden zeigen muss die Anlage dabei nicht. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Auf vielen Hausdächern lassen sich Solaranlagen für die eigene Stromproduktion installieren - und zwar nicht nur auf Dächern, die nach Süden ausgerichtet sind. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nennt einige Kriterien für die Entscheidung.

- Optimalfall: Am meisten Energie erwirtschaften Photovoltaikanlagen bei einer Südausrichtung und einer Dachneigung von 30 Grad.

- Geringe Abweichungen: Auf Dächern, die nach Südosten oder Südwesten ausgerichtet sind, lassen sich noch Erträge erzielen, die nur um fünf bis zehn Prozent geringer sind als bei einer direkten Südausrichtung. Und auch wenn man die Module mit einer anderen Neigung installieren muss - von weniger als 25 oder mehr als 60 Grad -, verringern sich die Erträge auch nur um bis zu zehn Prozent.

- Trotzdem möglich: Auch Dachflächen, die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind, lassen sich den Experten zufolge noch für die eigene Stromproduktion nutzen. Das gilt vor allem dann, wenn auf diese Dächer kein Schatten von Bäumen oder anderen Gebäuden fällt. Außerdem sei es hier gut, wenn die Neigung eher flach als steil ist.

- Besser nicht: Die Photovoltaikmodule sollten nicht flacher stehen als in einem Winkel von 10 bis 15 Grad zum Boden. Anderenfalls kann Regen sie nicht mehr reinigen, und Schmutz verringert den Ertrag. Hier kann man als Alternative die senkrechte Installation an einer Hauswand prüfen lassen. Laut den Experten sind dort im Vergleich zur optimalen Südausrichtung auf dem Dach Erträge von 70 Prozent möglich.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Auch Mieter von Wohnungen haben die Möglichkeit, Mini-Solarstromanlagen auf dem Balkon anzubringen. Foto: indielux Wie viel Strom Photovoltaikanlagen für den Balkon liefern Wer Strom aus erneuerbaren Energien selbst erzeugen will, musste bislang Hausbesitzer sein und teuere Anlage fest installieren können. Neue mobile Photovoltaikanlagen für den Balkon sind gerade für Mieter attraktive Lösungen. Lohnen sie sich auch für Hausbesitzer?
Wenn die Photovoltaikanlage kaputt ist, erstattet die richtige Versicherung die entgangene Einspeisevergütung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Wie Sie die Photovoltaikanlage richtig versichern Der Schutz einer Photovoltaikanlage ist nicht automatisch in der Wohngebäudeversicherung enthalten. Daher sollten sich private Stromerzeuger über die Möglichkeiten gut informieren. Es lohnt ein Blick auf den Tarifvergleich von «Öko-Test».
Photovoltaik-Anlagen erwirtschaften im bundesweiten Schnitt von April bis September rund vier Fünftel ihres Jahresertrags. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn Check-up für Photovoltaikanlage Sind Sie bereit für etwas mehr Sonne? Ihre Solaranlage auch. Sie wird von April bis September rund vier Fünftel ihres Jahresertrags erwirtschaften - wenn sie im Winter nicht beschädigt wurde.
Im Schnitt wird rund ein Drittel des Stroms der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach auch im Haushalt verbraucht. Foto: Nestor Bachmann Lohnen sich Photovoltaik- und Solarthermie-Investitionen? Es gibt eine ganze Reihe Förderungen für Solaranlagen und deren Erweiterungen um Speicher oder Wärmepumpen im Eigenheim. Auch sinken die Preise der Technik. Wie sehr lohnt sich die Anschaffung aktuell? Und auf was setzt man am besten - Thermie oder Photovoltaik?