Neubau nach Estrich und Putz zwei Wochen lang heizen

12.04.2016
Bloß nicht die Fenster ankippen, denn dann könnte Schimmel entstehen: Das wird geraten, wenn Estrich und Putz im Rohbau eines Hauses noch frisch sind sind. Außerdem ist es sinnvoll zwei Wochen zu heizen und regelmäßig durchzulüften.
Wenn der Estrich fertig verlegt ist, braucht er erst mal Ruhe und Wärme. Nach gut zwei Wochen im beheizten Haus ist er ausreichend getrocknet - und der Ausbau kann fortgesetzt werden. Foto: Nestor Bachmann
Wenn der Estrich fertig verlegt ist, braucht er erst mal Ruhe und Wärme. Nach gut zwei Wochen im beheizten Haus ist er ausreichend getrocknet - und der Ausbau kann fortgesetzt werden. Foto: Nestor Bachmann

Berlin (dpa/tmn) - Nachdem der Estrich und Wandputz im Rohbau des Hauses aufgetragen wurden, sollten Bauherren und Handwerker dem Trocknen Zeit geben. Mindestens zwei Wochen lang muss das leere Haus geheizt und dazu noch drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten stoßgelüftet werden.

Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin hin. Eine Ausnahme gibt es: Wenn bei nasser Witterung die Luftfeuchtigkeit außen höher ist als innen, sollten Bauherren nicht lüften. Aus Zeitgründen nur die Fenster zu kippen ist keine Alternative. Der Luftaustausch tendiert dabei laut VPB gegen null, aber die Innenwände und Böden kühlen stark aus. Die Folge: Die Feuchtigkeit bleibt im Haus, Schimmel kann sich bilden. Beschleunigen lässt sich das Trocknen mit speziellen Geräten, allerdings kostet das extra.

Ist der Estrich trocken genug, um einen Bodenbelag darauf zu geben, spricht man von der Belegreife. Diese wird mit der Calciumcarbid-Methode (CM-Messung) festgestellt. Eine Probe aus dem Boden wird unter Druck mit Stahlkugeln und Calciumcarbid zusammengebracht - eine chemische Reaktion entsteht. Bei Belägen, die keine Feuchtigkeit aus dem Estrich entweichen lassen wie PVC-Belägen und Fliesen, ist das Messen laut VPB sogar zwingend vorgeschrieben. Den Trocknungsgrad des Wandputzes erkennen übliche Feuchtigkeitsmesser.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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