Mieter muss unangekündigten Handwerker nicht hereinlassen

07.04.2016
Mängel in der Mietwohnung müssen beseitigt werden. Dafür müssen Vermieter sorgen. Doch zu schnell sollten diese den Handwerker nicht losschicken. Denn sonst steht er unter Umständen vor einer geschlossenen Wohnungstür.
Ein Mieter muss den Handwerker nicht reinlassen, sofern dieser vom Vermieter nicht angekündigt wurde. Das entschied ein Amtsgericht. Foto: Axel Heimken
Ein Mieter muss den Handwerker nicht reinlassen, sofern dieser vom Vermieter nicht angekündigt wurde. Das entschied ein Amtsgericht. Foto: Axel Heimken

Köln (dpa/tmn) - Vermieter müssen Reparaturarbeiten rechtzeitig ankündigen. Klingelt ein Handwerker an der Tür eines Mieters, ohne dass der Besuch vorher verabredet war, müssen Mieter die Tür nicht öffnen. Das geht zumindest aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Köln hervor.

In dem verhandelten Fall hatte ein Mieter einen Mangel in seiner Wohnung gemeldet. Der Vermieter reagierte schnell und beauftragte einen Handwerker - allerdings ohne den Mieter darüber zu informieren. Als der Handwerker dann an der Tür des Mieters klingelte, wollte der Mieter ihn nicht hereinlassen. Schließlich sei der Besuch nicht angekündigt worden.

Das Amtsgericht stellte sich auf die Seite des Mieters (Az.: 222 C 93/15): Auch wenn die Arbeiten vom Mieter gewünscht sind, müssen diese vorher rechtzeitig angekündigt werden. Was genau rechtzeitig ist, ist vom Einzelfall abhängig. Darauf macht die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) aufmerksam. Der Richter stellte auch fest, dass nicht nur der Beginn der Arbeiten, sondern auch der voraussichtliche Umfang und das voraussichtliche Ende der Reparaturen mitgeteilt werden muss. Der Mieter muss in der Lage sein, die Beeinträchtigung zu überblicken.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Auf der Suche nach der passenden Immobilie kommt es nicht allein auf die Lage an. Auch Kriterien wie Infrastruktur, Lebensqualität und Arbeit spielen eine Rolle. Foto: Wolfram Steinberg/dpa/dpa-tmn Lila-Lage: Auf der Suche nach dem passenden Zuhause Lage, Lage und nochmals Lage. So hieß lange Zeit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Immobilie. Profis ziehen manchmal ein Scoringmodell heran, das den allgemeinen Begriff Lage stärker differenziert. Wie gute Lage dabei aussieht? Lila.
Vor einer Versteigerung, gibt es meist mehrere Besichtigungstermine. Interessenten sollten sich hier einen Eindruck von der Immobilie verschaffen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Zum ersten, zum zweiten - Immobilienkauf per Auktion Zum ersten, zum zweiten, 250.000 Euro für Nummer 10 - und schon hat die Wohnung einen neuen Eigentümer. Im engen Markt sind Immobilienauktionen eine Möglichkeit, abseits der üblichen Pfade ein gutes Objekt zu ergattern. Was es dabei zu beachten gibt.
Verkaufen zum Höchstpreis: Für Immobilienbesitzer kann sich das Bieterverfahren auszahlen. Allerdings gibt es auch einige Haken. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa Nicht um jeden Preis - Bieterverfahren beim Immobilienkauf Das Bieterverfahren ist eine Möglichkeit, Immobilien gut zu verkaufen, denn großes Interesse treibt den Preis nach oben. Das Spiel funktioniert aber nicht überall und hat auch Nachteile - sowohl für Eigentümer als auch für Kaufinteressenten.
Gerade ältere Menschen müssen die Finanzierung einer Immobilie genau planen. Denn in der Regel haben sie weniger Zeit den Baukredit abzubezahlen. Foto: Christin Klose Worauf es bei der Baufinanzierung im Alter ankommt Immobilien sind nicht nur etwas für junge Käufer. Auch mit 50 oder 60 Jahren kann man sich den Traum von den eigenen vier Wänden noch erfüllen. Die Finanzierung muss aber passen.