Mehrwegbecher aus Bambus können Schadstoffe ausdünsten

21.05.2019
Wer etwas für die Umwelt tun möchte, verwendet für den Kaffee unterwegs Mehrwegbecher. Doch aufgepasst: Produkte aus Bambus können einen Kunststoff enthalten, der sich negativ auf die Gesundheit auswirkt.
Bei Mehrwegbechern aus Bambus wird häufig Melaminharz als Klebstoff verwendet. Füllt man heiße Getränke ein, können Schadstoffe austreten. Foto: Andrea Warnecke
Bei Mehrwegbechern aus Bambus wird häufig Melaminharz als Klebstoff verwendet. Füllt man heiße Getränke ein, können Schadstoffe austreten. Foto: Andrea Warnecke

Rostock (dpa/tmn) - Nicht jeder Mehrwegbecher ist eine gute Alternative zum Einmal-Kaffeebecher to go. Gerade Produkte aus Bambus gelten als gesundheitlich bedenklich. Denn das Geschirr besteht, anders als oft behauptet wird, nicht vollständig aus Bambus.

Meist werde der Kunststoff Melaminharz als Bindemittel zugefügt, erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Werden dann heiße Getränke in den Becher gefüllt, können seine Bestandteile Melamin und Formaldehyd auf die Flüssigkeit übergehen. Nötig sind dafür Temperaturen von mehr als 70 Grad.

In größeren Mengen und langfristig aufgenommen, seien diese Stoffe gesundheitsschädlich, betonen die Verbraucherschützer. Dies passiert auch dann, wenn kalte Getränke im Bambusbecher in der Mikrowelle wieder aufgewärmt oder erst im Becher aufgebrüht werden. Bessere Alternativen seien Mehrwegbecher aus Edelstahl, Porzellan und auch Polypropylen (PP).

Steht nicht implizit auf dem Becher oder auf seiner Verpackung, aus welchem Material er besteht, kann man sich am Recyclingcodeorientieren. Es ist ein dreieckiges Pfeil-Piktogramm mit einer Zahl in der Mitte - 05 steht für Polypropylen und 07 für sonstige Stoffe, was Melamin einschließen kann.

Darüber hinaus gibt es einige Kennzeichen auf dem Becher oder der Verpackung, die zeigen, wofür der Mehrwegbecher taugt: Ob er überhaupt für den Kontakt mit Lebensmitteln sowie für Mikrowellen geeignet oder spülmaschinenfest ist.

Umweltfreundliche Mehrwegbecher werden immer häufiger angeboten. Dennoch ist der Verbrauch von Einweg-Becher noch sehr hoch, wie eine Studie des Umweltbundesamts zeigt: Im Jahr 2016 wurden demnach in Deutschland 2,8 Milliarden Einweg-Becher ausgegeben - dazu gehören nicht nur die klassischen Becher für Kaffee «to go», sondern auch solche aus Getränkeautomaten. Sechs von zehn waren Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung, die anderen bestanden nur aus Kunststoff. Dazu kamen der Studie des Umweltbundesamts zufolge etwa 1,3 Milliarden Kunststoffdeckel, vor allem für die Pappbecher.

Verbraucherzentrale Bayern zur Kennzeichnung von Haushaltsgegenständen

Verbraucherzentralen zu Recyclingcodes


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Mehrwegbecher aus Bambus enthalten Warentestern zufolge Melaminharz und können bei hohen Temperaturen Schadstoffe abgeben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Viele Bambusbecher geben Schadstoffe ab Die Stiftung Warentest fällt ein hartes Urteil über Bambusbecher: Nur einer der Mehrwegbecher für Kaffee und Tee hält halbwegs, was er verspricht. Bei den anderen gehen Schadstoffe auf den Kaffee über und sie werben mit falschen Öko-Versprechen.
Einwegkaffeebecher belasten unsere Umwelt. Foto: Andreas Arnold Einwegbecher sind ein Umweltproblem «to go» Mal ist die Hektik schuld, mal will man mit dem Kaffee gemütlich in der Sonne schlendern. Es gibt viele Gründe, einen Einwegbecher zu nutzen. Die Deutschen tun es 2,8 Milliarden Mal im Jahr - und schaden damit der Umwelt. Was tun?
Mehrwegbecher aus Bambus bestehen häufig zu einem großen Teil aus Melamin. Daher sind sie für die Abfüllung von Heißgetränken ungeeignet. Foto: Andrea Warnecke Auf Mehrwegprodukte aus Bambus verzichten Mehrweg-Geschirr ist grundsätzlich eine gute Sache. Aber nicht jedes Material ist dafür geeignet. So sollten Verbraucher auf Becher und Boxen aus Bambus lieber verzichten.
Bee's Wrap ist eine dauerhafte Alternative zur Frischhaltefolie. Das Textil wurde mit Jojobaöl, Harz und Bienenwachs behandelt. Foto: Franziska Gabbert Alternativen zu Zahnbürsten, Geschirr und Folie aus Plastik Müllvermeidung hört nicht beim Verzicht auf Plastiktüten auf. Es gibt viele Produkte im Haushalt, die nach kurzer Anwendung weggeworfen werden - wie Frischhaltefolie und Zahnbürsten. Es gibt aber Alternativen - die Messe Ambiente in Frankfurt zeigt sie.