Laminat oder Parkett: Diese Tipps helfen bei der Pflege

07.09.2020
Soll es Parkett oder Laminat sein? Wenn es nach der Pflege geht, sind beide Materialien als Bodenbelag relativ unkompliziert. Drei Profis geben (ungewöhnliche) Tipps.
Profis empfehlen: Das Parkett sollte nur nebelfeucht gewischt werden. Das schont den Holzboden. Foto: Silvia Marks/dpa Themendienst/dpa-tmn
Profis empfehlen: Das Parkett sollte nur nebelfeucht gewischt werden. Das schont den Holzboden. Foto: Silvia Marks/dpa Themendienst/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Laminat oder Parkett? Diese Frage ist ein Dauerbrenner, geht es um die Wahl des richtigen Bodenbelags. Worauf die Wahl am Ende fällt, ist vor allem eine Geschmacksfrage. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Vielleicht ist das in diesem Fall auch gar nicht nötig. Denn so unterschiedlich, wie man vielleicht denken mag, sind die beiden Bodenbeläge gar nicht - zumindest in der Pflege.

«Weniger ist mehr» lautet der Tipp von Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln. Grundsätzlich sollte man sowohl bei Parkett als auch bei Laminat nur auf spezielle Pflegemittel zurückgreifen, sagt meint die Expertin. «Die beste Pflege überhaupt ist aber Kratzer zu vermeiden.»

Schuhe, insbesondere Pumps mit hohen Absätzen, sollten grundsätzlich nicht drinnen getragen werden. Mit ihnen schleppt man Steinchen oder Sand hinein. Das sorgt für Kratzer. Außerdem sollte man Filz unter Möbel kleben. «Das ist sowieso das A und O», sagt Hermann.

Erst fegen, dann nebelfeucht wischen

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Parkettindustrie, erklärt seine Pflegetipps für den Holzboden: «Erstens ist es wichtig, den Schmutz zu entfernen, bevor man nass wischt.» Er empfiehlt für die Parkettpflege einen Besen mit weichen Borsten oder einen speziellen Aufsatz für den Staubsauger.

Anschließend darf «nebelfeucht» gewischt werden. «Entweder mit klarem Wasser oder mit einem Spritzer Pflegemittel.» Hat man dennoch einen Kratzer im Parkett, lässt sich der behandeln. «Kratzer oder Dellen kann man mit einem Pflege-Reparatur-Set überpolieren», erklärt der Parkett-Experte. Er rät zu Wachsfett, das sich erwärmen lässt. «Mit diesem Warmwachs können Dellen sehr gut behandelt werden.»

Von Universalreinigern rät er hingegen ab, diese seien mitunter zu aggressiv und könnten einen Holzboden angreifen. Grundsätzlich sollten Reinigungsmittel immer auf den jeweiligen Boden abgestimmt sein. «Und ein paar Spritzer genügen eigentlich schon.»

Laminat braucht keine Vorbehandlung

Theo Smet, Obmann des Arbeitskreises Technik im Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller, erklärt, dass die richtige Pflege für Laminat gar nicht so unterschiedlich wie die von Parkett ist. Auch Laminat sollte nur mit weichen Tüchern oder Besen gereinigt und anschließend nebelfeucht gewischt werden. Auch er rät, auf spezielle Reinigungsmittel für den Boden zurückzugreifen.

Aber Smet hat einen großen Unterschied ausgemacht: Während Parkett einen Extra-Schutz braucht - entweder aus Lack, Öl oder Wachs - ist das bei Laminat nicht nötig. «Laminat braucht eigentlich keinen Schutz durch Extrapflege», erklärt der Laminat-Kenner.

Unbedingt vermeiden sollte man daher auch wachshaltige Pflegemittel: «Damit legt man eine Extra-Schicht auf das Laminat, die Schmutz anzieht.» Smet rät daher auch davon ab, Pflegetücher aus der Drogerie zur Reinigung zu verwenden - die könnten gegebenenfalls mit Wachs behandelt worden sein.

Ein weiterer Unterschied zwischen Parkett und Laminat: Parkett darf man abschleifen, Laminat nicht. «Aber Parkett darf man nur ganz, ganz dosiert abschleifen», sagt Kurth. Höchstens alle zehn Jahre, wenn nötig, meint der Fachmann und gibt zu bedenken: «In Altbauwohnungen gibt es jahrhundertealte Holzböden.»

Tipp zur richtigen Instandsetzung

Einen etwas ungewöhnlichen Tipp gegen lästige Kratzer im Parkett hat Hermann: Dellen im Parkett kann man einfach wegbügeln - wenn sie nicht zu tief sind. Dafür einfach ein feuchtes Tuch zwischen Holz und Bügeleisen legen und die Stellen behandeln. Durch die Feuchtigkeit quellen die Holzfasern auf. Im Anschluss entzieht die Wärme den aufgerichteten Fasern wieder die Feuchtigkeit.

Ebenfalls greift die DIY-Expertin ab und zu auf Zahnpasta als Politur zurück. Gerade bei kleinen Kratzern könne man hier mit einem Mikrofasertuch die beschädigte Stelle etwas aufpolieren.

Beim Laminat empfiehlt Hermann, einige Stücke nach dem Verlegen aufzuheben. So kann man beschädigte Stellen leicht austauschen. «Gutes Laminat verfärbt sich nicht, da kann man getrost austauschen.»

© dpa-infocom, dpa:200904-99-434655/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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