Jeder Vierzehnte lebt in einer überbelegten Wohnung

14.01.2019
Ein gemeinsames Zimmer für drei Kinder: Jeder Vierzehnte in Deutschland hat eine Wohnung, die zu klein ist. Vor allem in den Städten sind überbelegte Wohnungen ein Thema. Überraschend ist der Vergleich mit den europäischen Nachbarn.
Von einer überbelegten Wohnung sind Alleinerziehende und armutsgefährdete Menschen überdurchschnittlich stark betroffen. Foto: Arne Dedert
Von einer überbelegten Wohnung sind Alleinerziehende und armutsgefährdete Menschen überdurchschnittlich stark betroffen. Foto: Arne Dedert

Wiesbaden (dpa) - Jeder Vierzehnte in Deutschland (7 Prozent) hat 2017 in einer Wohnung gelebt, die im Verhältnis zur Zahl der Bewohner zu wenig Zimmer hat und damit als überbelegt gilt.

Überdurchschnittlich stark betroffen sind Alleinerziehende und armutsgefährdete Menschen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Rund jeder Fünfte dieser Gruppe (je 19 Prozent) lebte in einer nicht angemessenen Wohnung. Als überbelegt gilt eine Wohnung etwa, wenn sich drei Kinder ein Kinderzimmer teilen oder wenn Eltern das Wohnzimmer zugleich als Schlafzimmer nutzen.

Wohnraummangel ist vor allem ein Problem der städtischen Ballungsgebiete, in denen hohe Grundstückspreise und hohe Nachfrage die Mieten hochtreiben. So lebten in den Städten elf Prozent der Menschen in einer überbelegten Wohnung, während es auf dem Land nur vier Prozent waren. Während 17 Prozent der Erwachsenen mit einem ausländischen Pass eine nicht passende Wohnung hatten, galt das nur für sechs Prozent der Erwachsenen mit deutschem Pass.

Im EU-Vergleich ist der Wert vergleichsweise gering: Im EU-Durchschnitt liegt die Überbelegungsquote bei 16 Prozent, hieß es unter Verweis auf Eurostat-Daten. Zum Beispiel leben in Polen 41 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In Österreich waren es 15 Prozent und in Frankreich acht Prozent der Bevölkerung. In den Niederlanden hingegen waren nur vier Prozent der Bevölkerung von Wohnraummangel betroffen, während die Quote in Zypern und Malta mit jeweils drei Prozent EU-weit am niedrigsten war.

Statistisches Bundesamt zu Wohnraummangel


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der Studie zufolge muss die Hälfte der Miethaushalte in Deutschland mindestens 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete aufwenden. Foto: Ralf Hirschberger Miete drückt eine Million Haushalte unter Hartz-IV-Niveau Steigende Mieten und Wohnungsmangel machen Arme noch ärmer. Eine Studie kommt zum Ergebnis: Ausgerechnet Geringverdiener müssen überdurchschnittlich viel für die Miete ausgeben.
Viele Menschen würden gern in einer großen Wohnung leben. Doch gerade in Großstädten liegen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Foto: Lothar Ferstl Studie: Viele Immobilienträume zu anspruchsvoll Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: In Zeiten der Wohnungsnot können sich nicht alle Menschen ihren Immobilientraum erfüllen. Wohnungsbauer müssen in den nächsten Jahren die Bedürfnisse ganz verschiedener Gruppen bedienen.
Für Senioren ist es in größeren Städten oft schwer, eine kleinere altersgerechte Wohnung zu günstigen Preisen zu finden. Foto: Friso Gentsch Bezahlbare Seniorenwohnungen werden Mangelware Für viele künftige Senioren wird es eng: Weniger Rente, weiter steigende Mieten, kein Geld für altersgerechte Umbauten. Experten sehen eine neue soziale Frage in Deutschland: die «graue Wohnungsnot».
Familien können ab jetzt Baukindergeld beantragen. Den Zuschuss gibt es für Verträge oder Baugenehmigungen, die bis Ende 2020 abgeschlossen werden. Foto: Sina Schuldt So stellen Familien einen Antrag auf Baukindergeld Es ist umstritten, für viele Familien aber ein Segen: Um sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen zu können, kann seit dem 18. September das Baukindergeld beantragt werden. Die staatliche KfW-Förderbank verzeichnet bereits eine große Nachfrage.