Hundegebell und Froschgequake: Was Nachbarn aushalten müssen

28.09.2017
Keine Frage: Die absolute Ruhe gibt es kaum irgendwo. Was aber tun, wenn der Lärm ständig aus Nachbars Garten kommt? Eigentümer und Bewohner müssen zwar nicht alles ertragen. Gegen die Geräusche mancher Tiere können sie allerdings auch nur wenig ausrichten.
Bellende Hunde müssen Nachbarn zwar im Prinzip ertragen - allerdings nicht unbedingt, wenn das Gebell den ganzen Tag zu hören ist. Foto: Monique Wüstenhagen
Bellende Hunde müssen Nachbarn zwar im Prinzip ertragen - allerdings nicht unbedingt, wenn das Gebell den ganzen Tag zu hören ist. Foto: Monique Wüstenhagen

Berlin (dpa/tmn) - Vogelgezwitscher und Hahnengeschrei sind für manchen angenehme Geräusche - doch andere Menschen können die Tiere auch stören. Immobiliennutzer müssen laute Zwei- und Vierbeiner in ihrer Nachbarschaft nicht immer ertragen.

Grundsätzlich gilt: Die Benutzung eines Grundstücks darf nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden, heißt es in einem Ratgeber des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer. In manchen Fällen dürfen die Tiere allerdings auch Lärm machen. Drei Beispiele:

Hunde: Gegen eine artgerechte Hundehaltung in der Nachbarschaft kann nichts unternommen werden - und damit auch nicht gegen gelegentliches Hundegebell. Bellt der Hund allerdings oft und lange, kann der Nachbar einen Unterlassungsanspruch haben. Das Oberlandesgericht Köln zum Beispiel befand, dass Bellen nur zehn Minuten lang ununterbrochen und insgesamt nur 30 Minuten lang täglich zulässig ist. Auch die Mittags- und Nachtruhe müssen eingehalten werden (Az.: 12 U 40/93).

Vögel: Krähende Hähne können laut sein. Daher kann das Geschrei zu früher Stunde auch als wesentliche Beeinträchtigung von Nachbarn gelten. Ist allerdings die Geflügelhaltung ortsüblich - etwa auf dem Dorf -, ist die Beeinträchtigung zu dulden. Laut schreiende Papageien müssen Nachbarn in einem Wohngebiet aber nicht unbedingt hinnehmen.

Frösche: Ein Froschkonzert in der Nacht kann den Schlaf empfindlich stören. Daher haben Nachbarn einen sogenannten Abwehranspruch, wenn Grenzwerte überschritten werden. Allerdings steht diesem das Naturschutzrecht entgegen: Die Frösche dürfen ohne eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde nicht umgesiedelt werden.

Literatur: 

Wilfried Ballaschak u.a.: «Streit mit dem Nachbarn - was sind meine Rechte?», VDGN 2017, 4. Auflage, 5 Euro, ISBN-13: 978-3-937080-41-3

Ratgeber des VDGN


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Crowdfunding-Plattformen bringen private Anleger, den Schwarm, zusammen, um damit eine Immobilien zu finanzieren. Foto: Andrea Warnecke Immobilien im Schwarm finanzieren – Crowdinvesting Rund 1000 Euro investieren, vom Immobilienboom profitieren und kräftig Zinsen kassieren. Das klingt gut. Crowdfunding-Plattformen im Internet machen es möglich. Das Geschäft ist für Anleger aber nicht risikolos.
Auf der Suche nach der passenden Immobilie kommt es nicht allein auf die Lage an. Auch Kriterien wie Infrastruktur, Lebensqualität und Arbeit spielen eine Rolle. Foto: Wolfram Steinberg/dpa/dpa-tmn Lila-Lage: Auf der Suche nach dem passenden Zuhause Lage, Lage und nochmals Lage. So hieß lange Zeit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer Immobilie. Profis ziehen manchmal ein Scoringmodell heran, das den allgemeinen Begriff Lage stärker differenziert. Wie gute Lage dabei aussieht? Lila.
Die Verrentung des Hauses bringt einem zwar Geld ein, ist wirtschaftlich gesehen aber nur selten die beste Lösung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wenn das Haus für die Rente sorgt Das Eigenheim verkaufen, darin wohnen bleiben und monatlich Geld bekommen: Eine Verrentung scheint attraktiv. Läuft es aber schlecht, steht man im Alter ohne Haus und Vermögen da. Was zu beachten ist.
Gerade ältere Menschen müssen die Finanzierung einer Immobilie genau planen. Denn in der Regel haben sie weniger Zeit den Baukredit abzubezahlen. Foto: Christin Klose Worauf es bei der Baufinanzierung im Alter ankommt Immobilien sind nicht nur etwas für junge Käufer. Auch mit 50 oder 60 Jahren kann man sich den Traum von den eigenen vier Wänden noch erfüllen. Die Finanzierung muss aber passen.