Heizung wird dank neuer Verkleidung zum Blickfang machen

23.11.2020
Wer seine schnöde Heizung nicht mehr sehen kann, hat einige Möglichkeiten sie mit einer selbst gebastelten Verkleidung zum Blickfang zu machen. Fachleute sind davon aber nicht immer begeistert.
Wer seine Heizung verkleiden möchte, sollte darauf achten, dass trotzdem noch genügend Wärme ins Zimmer gelangt. Das geht zum Beispiel durch einen Fadenvorhang. Foto: DIY Academy/dpa-tmn
Wer seine Heizung verkleiden möchte, sollte darauf achten, dass trotzdem noch genügend Wärme ins Zimmer gelangt. Das geht zum Beispiel durch einen Fadenvorhang. Foto: DIY Academy/dpa-tmn

Köln/Sankt Augustin (dpa/tmn) - Schön sind sie nicht unbedingt, die alten Heizkörper. Wer sich wirklich an ihnen stört, kann eine Heizkörperverkleidung anbringen. Diese gibt es fertig zu kaufen.

Handwerklich Begabte können jedoch auch selbst zum Werkzeug greifen. Und sich eine Verkleidung für die Heizung selbst basteln. Allerdings sollten sie schon einige Erfahrung als Handwerker gesammelt haben, wie Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln betont. «Wenn die Verkleidung gut aussehen soll, braucht man zudem auch einiges an Werkzeug», sagt er.

Holz oder Metall: das ist hier die Frage

Ganz am Anfang der Planung steht die Wahl des Materials: Soll es Holz oder doch lieber Metall sein? Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.

So leitet Holz die Wärme bei weitem nicht so gut, dafür kann es von Hobby-Handwerkern leichter bearbeitet und relativ einfach nach den eigenen Vorstellungen gefärbt werden. Wer Holz nehmen möchte, sollte sich für Multiplex-Platten entscheiden. Das ist zwar teurer als anderes Holz, kann sich jedoch nicht durch Wärme verziehen.

Ein weiterer Vorteil von Holz gegenüber anderen Materialien: Der Heimwerker kann es sich einfach im Baumarkt seiner Wahl nach den von ihm angegebenen Maßen zuschneiden lassen.

Beim Metall ist das schon ein wenig komplizierter. «Es lässt sich nicht so einfach verarbeiten wie Holz», gibt Pommer zu Bedenken. Es gibt allerdings Baumärkte, die auch Metallteile zusägen. Ansonsten ist es sinnvoll, sich fertige Metallverkleidungen zu kaufen.

Heizkörper muss passgenau ausgemessen werden

Doch bevor es losgeht, muss natürlich gemessen werden, und zwar Tiefe, Breite und Höhe des Heizkörpers. Damit die Verkleidung locker über der Heizung sitzt - schließlich muss die Luft zirkulieren können -, werden in alle Richtungen noch einige Zentimeter hinzugerechnet.

«Nach oben und unten sind 15 Zentimeter mehr empfehlenswert», erklärt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin. Nach vorne sollte mindestens genauso viel Abstand sein wie zwischen Heizkörper und Wand.

Außerdem muss Platz für die Rohre und möglichst auch für den Temperaturregler gelassen werden. Dieser sollte natürlich gut zu erreichen sein. Es gibt jedoch die Möglichkeit, ihn mit unter die Verkleidung zu packen und einen entsprechend ausgestatteten Fernfühler zu installieren, um die Heizung via Funk zu regulieren.

Verkleidungen aus energetischer Sicht fraglich

Wagnitz ist allerdings kein Fan von solchen Verkleidungen, denn sie sind aus energetischer Sicht nicht zu empfehlen. «Es ist unvermeidbar, dass der Raum nicht mehr so gut geheizt wird wie ohne Verkleidung», sagt er.

Denn durch die Verkleidung wird die rasche und gleichmäßige Verteilung der Heizungswärme im Zimmer behindert. Der Fachmann rät dazu, es sich als Alternative zumindest zu überlegen, neue - und damit hübschere - Heizkörper installieren zu lassen.

Wer sich trotzdem für eine Verkleidung entscheidet, sollte auch darauf achten, dass deren Front viele Löcher hat, damit ein möglichst großer Teil der Wärme durch sie hindurch in den Raum weichen kann. Möglich ist dies zum Beispiel mit Holzgittern, Vorhängen oder Geflechten.

© dpa-infocom, dpa:201120-99-403625/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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