Haustiere dürfen Nachbarn nicht zu sehr stören

06.12.2019
Ob Hund, Meerschweinchen oder Wellensittich: Tierische Mitbewohner sind beliebt. Doch nicht jedes Haustier ist in einer Mietwohnung erlaubt.
Vierbeiniger Mitbewohner: Viele Mietverträge schreiben vor, dass der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden muss. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Vierbeiniger Mitbewohner: Viele Mietverträge schreiben vor, dass der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden muss. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Schleswig (dpa/tmn) - Auch wer zur Miete wohnt, darf grundsätzlich Haustiere halten. Manchmal müssen Halter aber zuerst den Vermieter um Erlaubnis bitten - und in individuell ausgehandelten Vereinbarungen können Haustiere von vornherein ausgeschlossen werden.

Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin. Wichtig ist: Nachbarn dürfen durch das Tier weder gestört noch gefährdet werden.

Viele Mietverträge schreiben daher vor, dass der Vermieter um Erlaubnis gefragt wird. Das gilt jedoch nicht für Kleintiere wie Hamster, Fische, Meerschweinschen oder Ziervögel, erklärt die Anwaltskammer.

Bei größeren Tieren Vermieter fragen

Bei größeren Tieren wie Katzen oder Hunden muss der Vermieter dagegen gefragt werden, wenn der Mietvertrag dies vorsieht. Doch ablehnen darf er nur, wenn es dafür gute Gründe gibt.

Etwa, wenn in der Wohnung so viele Tiere gehalten werden, dass sie einem Zoo gleicht, so die Experten. Der Vermieter darf allerdings zur Bedingung machen, dass ein Hund nicht lange Zeit allein in der Wohnung bleibt, wenn sich herausgestellt hat, dass er sonst dauerhaft laut bellt.

Genehmigung gilt nur für ein Tier

Mieter sollten außerdem beachten, dass eine Genehmigung immer nur für ein bestimmtes Tier gilt. Bei jedem weiteren Tier muss der Vermieter erneut gefragt werden. Hält der Mieter ein Haustier ohne Erlaubnis, kann der Vermieter verlangen, dass das Tier wieder abgeschafft wird. Sonst droht eine Abmahnung oder gar die Kündigung.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Vermieter kann einem Mieter das Halten eines Hundes verbieten. Foto: Julian Stratenschulte Vermieter darf Kleintiere nicht pauschal verbieten Viele Menschen halten ihre Hunde und Katzen in der Wohnung. Aber ist das mit jedem Mietvertrag vereinbar? Oder darf der Vermieter den Besitz von Haustieren auch untersagen?
Wollen die Mieter Kaninchen halten, kann das vermietende Eigentümer in Schwierigkeiten bringen. Denn hier kollidieren Mietrecht und Wohneigentumsrecht. Foto: Christina Sabrowsky/dpa-tmn Was Eigentümer als Vermieter wissen sollten Für Mieter und Wohnungseigentümer gelten unterschiedliche Vorschriften. Das bringt insbesondere Eigentümer in Konflikte, die ihre Immobilie nicht selbst nutzen, sondern vermieten. Fünf Fallen für private Vermieter.
Mieter müssen in einer Wohnung nicht unbedingt wohnen. Sie können dort zum Beispiel auch nur Kartons abstellen. Miete zahlen müssen sie aber in jedem Fall. Foto: Monique Wüstenhagen Zum Einzug verpflichtet? Wie Mieter Wohnungen nutzen dürfen Wer eine Wohnung mietet, will darin wohnen. Muss er aber nicht. Er kann die Wohnung leer stehen lassen oder als Lager für Krimskrams nutzen - solange regelmäßig Miete bezahlt wird.
Wenn man den Fernseher der Nachbarn in seiner Wohnung hört, ist dieser vermutlich zu laut eingestellt. Diesen Lärm müssen Mieter aber nicht hinnehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Laute Nachbarn: So können sich Mieter wehren Spielende Kinder, bellende Hunde oder feiernde Studenten: Im Mietshaus wird der Lärm der Nachbarn manchmal unerträglich. Betroffene Mieter können sich allerdings wehren.