Geräte mit neuen Luftfiltern kommen gegen Coronaviren an

13.12.2021
Luftfilter entfernen Coronaviren gut aus der Raumluft. Doch laut einer Analyse der Stiftung Warentest lässt ihre Leistung nach, wenn die Filter ein paar Monate in Gebrauch sind.
Die Stiftung Warentest hat sich die Leistung von sieben Luftfiltern angeschaut. Foto: Stiftung Warentest/dpa-tmn
Die Stiftung Warentest hat sich die Leistung von sieben Luftfiltern angeschaut. Foto: Stiftung Warentest/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Gute Luftfilter tun, was ihr Name verspricht: Sie filtern die Luft von Schadstoffen, Pollen, Bakterien und - derzeit besonders wichtig - Viren wie SARS-CoV-2. Letzteres bestätigt eine Analyse der Stiftung Warentest von sieben Geräten.

Mit frischem Filter seien alle in der Lage, in der Luft schwebende Aerosolpartikel, die die Viren tragen und verbreiten, einzusammeln, berichtet die Zeitschrift «test» (Ausgabe Januar 2021). Die Warentester haben die Luftfilter im Testbetrieb in einer Prüfkammer verschieden großen Paraffinölteilchen, darunter in der Größe der Coronaviren, ausgesetzt.

Nach 20 Minuten war die Konzentration der Teilchen in der Luft um 90 bis 96 Prozent gesunken. Und alle Geräte konnten die Luft im Raum viermal pro Stunde komplett reinigen.

Ersatzfilter kosten bis zu 96 Euro

Aber nur vier können das auch mit einem Filter, der künstlich auf etwa vier bis fünf Monate Beanspruchung gealtert wurde: «Mi Air Purifier Pro» von Xiaomi, «Core 400S» von Levoit und «AC 2939/10» sowie «AC 2887/10» von Philips.

Bei den anderen Geräten verringerten sich die Werte mit gebrauchten Filtern teils erheblich. Das schlechteste Gerät dieses Testpunktes konnte die Konzentration der Teilchen in Virengröße in der Luft nach 20 Minuten nur noch um 57 Prozent senken.

Die Hersteller empfehlen neue Filter ab drei, teils auch erst nach sechs Monaten. 35 bis 96 Euro kosten die Ersatzfilter. Das wird auf Dauer teuer: Bei einem der Geräte müssen Käufer zusätzlich zu den Anschaffungskosten von rund 171 Euro mit jährlichen Betriebskosten inklusive Strom von bis zu 220 Euro rechnen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Warentester ist die Lautstärke der Luftfilter. In der höchsten Betriebsstufe sind sie mit 58 bis 67 Dezibel so laut wie eine Dunstabzugshaube.

Für Allergiker eine Hilfe

Aber die Luftfilter sind nicht nur in der Pandemie eine Option, sondern gerade für Allergiker unter Umstände eine Lösung: So filtern alle Geräte erfolgreich Pollen. Und immerhin zwei Modelle im Test entfernen Luftschadstoffe wie Formaldehyd, ein weiteres Gerät filtert sie immerhin mäßig. Insgesamt haben sechs der sieben Geräte die Note «befriedigend» erhalten, eines die Note «gut».

© dpa-infocom, dpa:211210-99-336318/4

Luftreiniger-Test


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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