Gefährliche Fasern: Asbest-Entsorger braucht Zulassung

24.09.2019
Asbest riecht nicht, strahlt nicht, diffundiert nicht. Und lange ist es kein Problem. Doch wenn am Haus Sanierungen stattfinden, muss das Material oft entfernt werden. Aber nur von Profis.
Achtung, Gefahr: Asbest kann zum Beispiel Krebs verursachen - wer den Stoff entsorgt, muss daher Profi sein. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-tmn
Achtung, Gefahr: Asbest kann zum Beispiel Krebs verursachen - wer den Stoff entsorgt, muss daher Profi sein. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - In vielen älteren Gebäuden findet sich gesundheitsgefährdendes Asbest. Wer umbaut, muss dann zur Entfernung einen zugelassenen Fachbetrieb beauftragen.

Denn der ungeschützte Umgang mit dem Stoff ist gefährlich - und der unerlaubte Umgang damit sogar ein Straftatbestand, der mit Freiheitsstrafen oder Geldstrafen geahndet werden kann. Darauf weist der Tüv Süd hin. Die Fachfirma brauche daher den Sachkundenachweis TRGS 519.

Seit Mitte der 90er Jahre gilt zwar ein vollständiges Verwendungsverbot für Asbest. Zuvor wurde der Stoff aber in vielen Komponenten verwendet. Ab den 1930er Jahren wurde Asbest etwa in Zement, Bodenbelägen und Dachabdeckungen, aber auch bei Brandschutzklappen in Lüftungskanälen eingesetzt.

Werden die Fasern eingeatmet, können sie sich in der Lunge festsetzen. Spätfolgen aus dem ungeschützten Umgang mit Asbest sind häufig Krebserkrankungen.

In der Regel gehe von festgebundenen asbesthaltigen Baustoffen keine Gefahr aus, solange die Bauteile intakt sind, erläutert Peter Schenk, Experte für Gebäudeschadstoffe beim Tüv Süd. Werden die Stoffe aber abgeschliffen, abgebürstet, angebohrt, gesägt oder auch nur mit Druck gereinigt, lösen sich Fasern. Bei manchen Produkte geschehe das auch schon durch die natürliche Abnutzung oder durch Erschütterungen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer den Schutt auf seinem Baucontainer trennt, kann sparen und tut auch der Umwelt etwas Gutes. Foto: Kai Remmers Bauschutt trennen spart bares Geld Wer auf der Baustelle Bauschutt trennt, spart. Aber selbst Bauherren, denen das zu lästig ist, dürfen nicht einfach alles in einen Container werfen. Gefährliche Schadstoffe müssen getrennt werden. Dazu gehören seit kurzem auch Dämmstoffe aus Styropor.
Nicht nur in alten PVC-Fliesen kann Asbest stecken. Auch der Kleber kann asbestbelastet sein. Die Beseitigung sollte von einem Fachmann vorgenommen werden. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Asbest kann zur tödlichen Gefahr werden Asbest riecht nicht, es strahlt nicht, es diffundiert nicht. Und lange ist es kein Problem. Doch wenn das alternde Baumaterial zerfällt und Fasern abgibt, wird es zur großen Gesundheitsgefahr. Möglich ist das in vielen der vor 1995 errichteten Gebäuden.
Polystyrol-Dämmstoffe, auch Styropor genannt, werden unter anderem bei der Außenwand-Dämmung eingesetzt. Ab jetzt gelten die Stoffe als gefährliche Abfälle und müssen gesondert entsorgt werden. Foto: Marc Tirl (Symbolbild) Polystyrol-Dämmstoffe: Fachfirma für Entsorgung beauftragen Polystyrol-Dämmstoffe, häufig auch unter dem Herstellernamen «Styropor» zu finden, gelten ab sofort als gefährliche Abfälle. Welche Folgen hat das für Hausbesitzer und Bauherren?
Wer bei einer Renovierung den Bauschutt nicht einfach nur in den Container wirft, sondern ihn vorsortiert, spart Geld. (Archivbild vom 13.05.2012/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Andrea Warnecke Geld sparen beim Renovieren: Vorsortieren von Bauschutt Sparen hängt meistens mit etwas mehr Aufwand zusammen. So auch bei Renovierungen am Haus. Wer seinen Bauschutt nicht einfach in einen Container wirft, sondern den Abfall grob vorsortiert, zahlt einiges weniger für die Entsorgung.