Fondue mit Spiritus birgt Risiken

15.12.2021
So schön kuschlig ein Fondue-Abend auch sein mag: Offenes Feuer, heißes Fett oder brodelnde Brühe sind Risiken. Gourmets können aber einiges tun, damit der Schmaus sicher bleibt
Beim Elektrofondue wird zwar nicht mit offener Flamme hantiert, aber auch das Stromkabel sollte ordentlich isoliert sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Beim Elektrofondue wird zwar nicht mit offener Flamme hantiert, aber auch das Stromkabel sollte ordentlich isoliert sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ob Brüh-, Fett- oder Käsefondue: Wer an Weihnachten oder Silvester zu sorglos mit den Kochern umgeht, riskiert schwere Unfälle. Damit es nicht zu Brandverletzungen oder gar Explosionen kommt, gibt der Tüv-Verband einige Tipps:

- In Fonduetöpfen aus Metall, idealerweise Edelstahl, werden heißes Öl, Fett oder Brühe zuerst auf dem Herd erhitzt. Dann wird der Topf zum Tisch getragen. Der Fonduetopf muss fest montierte Griffe haben, erklärt der Verband. Sind diese locker oder brechen beim Tragen gar ab, könnte überschwappende oder umherspritzende heiße Flüssigkeit schwere Brandverletzungen verursachen.

Spiritus oder Brennpaste?

- Bei Fondue mit Rechaud (bitte mit Deckel zum Ersticken der Flammen) hat man die Wahl, sie mit Spiritus oder Brennpaste zu erhitzen. Vorteil der Brennpaste: Sie kann bereits fertig in Einweg-Aluschälchen gekauft werden und ist sicherer in der Handhabung als Brennspiritus, erklärt der Tüv. Die zähflüssige Paste breite sich nicht auf dem ganzen Tisch aus, wenn der Kocher umkippt. Beim Brennspiritus hingegen bestehe dann erhöhtes Brandrisiko.

- Beim Befüllen des Rechauds darf kein Spiritus daneben gegossen werden. Auf eine Tischdecke sollte verzichtet werden und der Rechaud auf einer feuerfesten, standsicheren Unterlage stehen. Er soll nach dem Entzünden nicht mehr verrückt oder getragen werden.

Nachfüllen nur in kalte Kocher

- Spiritus sollte nur in den Rechaudkocher nachgefüllt werden, wenn die Flamme wirklich erloschen und der Kocher abgekühlt ist, so der Verband. Sonst bestehe die Gefahr eines Flammenrückschlags. Wird der flüssige Brennstoff in einen heißen Kocher gefüllt, kann die Flüssigkeit schlagartig verdampfen und Tropfen in die Umgebung schleudern.

- Für den Notfall sollte eine Branddecke, ein Eimer Wasser, ein Feuerlöscher oder ein Löschspray bereitstehen. Haben die eigenen Löschversuche keinen Erfolg: Fenster und Türen schließen, aber nicht abschließen, Wohnung verlassen und die 112 verständigen!

Vorsicht Fettbrand

- Fett brennt ab einer Temperatur von 280 Grad Celsius. Fettbrände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden, da dies zum gefährlichen Verspritzen des heißen Fetts führt und zudem Explosionsgefahr besteht. Feuer sollte sofort mit einem trockenen Deckel oder mit einem Feuerlöscher der Brandklasse «F» erstickt werden - niemals Brandklasse «A», da der Wasser enthält.

Wem Kochen mit offener Flamme zu heikel ist, sollte einen elektrischen Fonduetopf nutzen. Aber Achtung: Das Stromkabel darf keine Schäden an der Isolierung haben und nicht zur Stolperfalle werden. Sollen mehrere elektrische Fonduetöpfe genutzt werden, braucht jeder Topf eine eigene Steckdose. Denn Mehrfachsteckdosen können überhitzen, so dass auch hier Brandgefahr besteht.

© dpa-infocom, dpa:211215-99-396766/2

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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