Flecken an der Decke nicht einfach überstreichen

06.12.2019
Plötzlich tritt ein Fleck an der Decke oder der Wand auf. Mit etwas weißer Farbe lässt er sich doch sicherlich schnell kaschieren? Doch Vorsicht - ganz so einfach ist es nicht.
Nicht immer ist Schimmel direkt schwarz: An Zimmerdecken kann er sich während der Heizperiode leicht bilden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Nicht immer ist Schimmel direkt schwarz: An Zimmerdecken kann er sich während der Heizperiode leicht bilden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Eine Verfärbung an der Wand oder Decke sollte man nicht einfach mit Farbe und Pinsel überstreichen. Zunächst muss man herausfinden, ob es ein Wasserfleck oder Schimmel ist.

«Schimmel tritt im Wesentlichen in den drei Farben Schwarz, Grün und Rot auf», erläutert Sandra Heydel vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. Wasserflecken könnten auch andere Färbungen haben - etwa durch ausgeschwemmte Materialien der Wände und Decken.

In Zusammenhang mit Feuchtigkeit kommt in Innenräumen häufig der zelluloseabbauende Schimmelpilz Stachybotry vor. «Er ist zunächst weiß und verfärbt sich dann schwarz», erklärt Birgit Thielmann, Architektin beim Verband Wohnen im Eigentum.

Schimmel kann gesundheitsschädlich sein

Heydel nennt ein weiteres Merkmal für Schimmel: diese Flecken könne man mit lauwarmen Wasser abwaschen, Wasserflecken aber nicht. Wer sich nicht sicher ist, sollte besser einen Fachmann fragen - zumal Schimmel auf Dauer gesundheitsschädlich sein kann.

«Die einzelnen Schimmelarten sind hinsichtlich ihrer potenziellen Gesundheitsschädigung mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden», warnt Thielmann. Deshalb empfiehlt sie, jede auftretende Schimmelpilzart zunächst als gesundheitsschädlich zu betrachten und angemessene Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Beide Expertinnen sind sich einig: Bevor man den Fleck bearbeitet, muss man die Ursache beseitigen - sonst kommt etwa der Schimmel immer wieder. Oder noch schlimmer, er breitet sich im Verborgenen aus.

Erst die Ursache und dann den Fleck behandeln

Erst wenn die Ursache gefunden und behoben ist, sollte man den Fleck bearbeiten. Ob einen dabei auch der Fachmann unterstützt, hängt unter anderem davon ab, wie großflächig der Befall ist. Kleinere Stellen könne man laut Thielmann auch selbst behandeln.

Die Architektin empfiehlt: «Zunächst eine gründliche Reinigung und Desinfizierung am besten mit 80-prozentigem Ethanol oder einer 5-prozentigen Sodalösung aus der Apotheke.» Diese Mittel seien weitaus ungefährlicher als chlorhaltige Mittel.

Der Fachmann muss nicht immer ran

Ist der Befall neu, so reiche diese Methode. Danach könne man mit anorganischen Materialien arbeiten - etwa Kalkputz, Kalk- und Mineralfarbanstrichen. Besteht das Problem schon länger, kann der Schimmelpilz ins Material eingedrungen sein und schon eine zerstörende Arbeit geleistet haben, gibt Thielmann zu bedenken. Dann sollte sich der Fachmann den Befall ansehen und darum kümmern.

Am Ende kann man die Wand streichen: Die Stelle muss trocken sein, bevor man spezielle Beschichtungsstoffe aufbringt, rät Heydel. Sie empfiehlt zunächst einen sogenannten Absperranstrich oder Sperrgrund aufzutragen - diese Grundierung sei im Fachhandel erhältlich. Erst nach diesem Auftragen kann man die Stelle überstreichen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Schimmel im Haus kann die Gesundheit der Bewohner gefährden. Vorsorge ist nötig. Foto: Andrea Warnecke Dunkle Seite des Winters: Schimmel im Haus vorbeugen An Zimmerecken oder in den Fensternischen fallen sie als Erstes auf: Im Winter gedeihen Schimmelpilze besonders gut im Haus. Wie beugen Bewohner richtig vor?
Zwischen 40 und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind gute Werte. Manche Experten raten aber, stets auch unter 50 zu bleiben. Foto: Andrea Warnecke Luftfeuchtigkeit mit Hygrometer prüfen Gerade im Winter entwickeln sich in vielen Gebäuden schwarze Schimmelflecken am Fenstersims oder in der Zimmerecke. Das liegt an zu hoher Luftfeuchtigkeit. Die kann man aber gut überwachen. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung hat jetzt Hygrometer getestet.
Im Sommer lüften Keller-Bewohner am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Die warme Luft kann sonst zu Kondensation an den kalten Wänden führen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Wie lüftet man den Keller im Winter? Was im Wohnzimmer und der Küche üblich ist, macht man im Keller kaum: Regelmäßig stoßlüften. Dabei droht Schimmelbildung, wenn man zu wenig oder gar dauerhaft in Kippstellung lüftet.
Bei Schimmel in der Wohnung sollten Betroffene schnell aktiv werden. Denn er schadet der Gesundheit. Foto: Felix Heyder Schimmel hinter Schrankwand umgehend beseitigen Schimmel ist gerade im Winter ein großes Problem. Betroffen sind meist große Flächen, wie beispielsweise hinter einer Schrankwand. Sobald man den Schimmel entdeckt, muss man handeln. Sonst drohen gesundheitliche Folgen.