Energieberatung wird steuerlich gefördert

09.02.2021
Schon für die Beratung zu energetischen Sanierungsmaßnahmen können Eigentümer Steuervorteile nutzen. Allerdings meist nur, wenn sie auch hinterher wirklich sanieren.
Energetische Sanierungen werden steuerlich gefördert. Eigentümer können diese Vorteile zum Beispiel für die Beratung nutzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Energetische Sanierungen werden steuerlich gefördert. Eigentümer können diese Vorteile zum Beispiel für die Beratung nutzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Gebäude sollen grundsätzlich energieeffizienter werden - das ist ein erklärtes politisches Ziel. Eigentümer können in diesem Zusammenhang profitieren, wenn sie energetische Baumaßnahmen an ihrer selbst bewohnten Immobilie durchführen wollen.

Sie können steuerliche Förderung in Anspruch nehmen, wenn sie einen Energieberater engagieren, erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Bei den Energieberatern gibt es allerdings Unterschiede.

Zum einen gibt es die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für das Förderprogramm « Energieberatung für Wohngebäude» zugelassenen Berater. Zum anderen gibt es die Energieeffizienz-Experten, die für das KfW-Förderprogramm «Energieeffizient Bauen und Sanieren - Wohngebäude» (Programme Nr. 151 und 152, 153 und 430) gelistet sind. Darüber hinaus gibt es Berater, die nicht bei der BAFA zugelassen oder bei der Förderbank KfW gelistet, aber berechtigt sind, Energieausweise auszustellen.

50 Prozent Steuerermäßigung möglich

«Kosten für Energieberater, die sich bei der BAFA registriert haben und zugelassen wurden beziehungsweise die bei der KfW gelistet sind, werden mit einer Steuerermäßigung von 50 Prozent gefördert», erklärt Bauer. Das heißt, wenn der Energieberater 2000 Euro kostet, spart der Steuerpflichtige 1000 Euro Einkommensteuer.

«Voraussetzung ist, dass auch tatsächlich eine energetische Gebäudesanierungsmaßnahme an der selbst bewohnten Immobilie durchgeführt wurde», sagt Bauer. Wird nur eine allgemeine Beratung zu Energieeinsparmöglichkeiten am Haus eingeholt, ohne zu investieren, gibt es die Steuerermäßigung nicht.

Weniger Förderung bei nicht gelisteten Beratern

Kosten für Personen, die nur eine Ausstellungsberechtigung haben, werden auch steuerlich gefördert, jedoch lediglich in Höhe von 20 Prozent und nur soweit Kosten auf die Erteilung von notwendigen Bescheinigungen für durchgeführte energetische Gebäudesanierungsmaßnahmen entfallen.

Diese 20 Prozent verteilen sich dann auf 3 Jahre, also jeweils 7 Prozent im 1. und 2. Jahr und 6 Prozent im 3. Jahr nach Abschluss der betreffenden Sanierungsmaßnahme. Sowohl Kosten für den Energieberater als auch Kosten für die Erteilung einer Bescheinigung des Fachunternehmers sind vom Höchstbetrag von 40 000 Euro umfasst.

Wichtig zu beachten: Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen. Wenn der Energieberater schon durch ein öffentliches Zuschussprogramm oder einen zinsverbilligten Kredit gefördert wurde, darf die Steuerermäßigung nicht zusätzlich beantragt werden.

© dpa-infocom, dpa:210208-99-353269/2

Informationen der Bafa

Paragraf 88 Gebäudeenergiegesetz (GEG)

KfW Programm 430

KfW Programmme 151 und 152

KfW Programm 153


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die energetische Sanierung älterer Gebäude zahlt sich auch steuerlich aus. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn Steuerförderung für Energie-Sanierung kann sich lohnen Wer sein Haus energetisch modernisiert, profitiert steuerlich. Doch Vorsicht: Manche weitere Fördermöglichkeit kann den Steuervorteil wieder zunichte machen.
Wo anfangen bei einer energetischen Sanierung? Bietet es sich etwa an, zuerst die Kellerdecke zu dämmen? Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Die energetische Sanierung umsetzen Wo anfangen? Und wo lässt sich noch eine Weile warten, bis wieder Geld angespart wurde? Vielen Hausbesitzern droht die energetische Sanierung - die Heizung ist alt, die Fenster undicht, die Fassadendämmung reicht nicht aus. In welcher Reihenfolge wird all das am besten umgesetzt?
Schon im roten Bereich? Wie effizient ist ein Gebäude und wie kann sich sein energetischer Zustand durch eine Sanierung verändern? All das kann ein Energieberater untersuchen. Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn Foto: Franziska Gabbert Nur mit Zulassung: Den passenden Energieberater finden Die Berufsbezeichnung des Energieberaters ist nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Und in der Tat bieten Vertreter der unterschiedlichsten Professionen ihre Dienste als Energieberater an. Wie finden Hausbesitzer einen kompetenten?
Die Fassadendämmung in einer WEG baucht Vorlauf. Für eine solche Maßnahme sind bestimmte Mehrheiten erforderlich. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn/dpa Energetische Modernisierung: WEG muss viel Zeit einplanen Was schon für den Einzelnen nicht ganz einfach ist, ist für eine Gemeinschaft oft noch schwieriger: Immobilien energetisch zu modernisieren. Die Eigentümer müssen das gut und langfristig planen.