Ein Pool mit Solar- und Luft-Heizung

04.08.2021
Noch haben wir Sommerwärme und viel Sonnenschein - und mancher einen Pool im Garten. Und der lässt sich auch noch bis in den Oktober hinein nutzen - erwärmt durch die herbstliche Sonne und Luft. Wie das?
Schwimmen ohne kalte Zehen: Mit einer Wärmepumpe oder Solaranlagen lassen sich heimische Pools beheizen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Schwimmen ohne kalte Zehen: Mit einer Wärmepumpe oder Solaranlagen lassen sich heimische Pools beheizen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - In Deutschland ist das mit dem Wetter so eine Sache: In manchen Jahren haben wir ganz viel Frühling- und Herbstwitterung, aber wenig echte Sommerwärme. Für viele Gartenbesitzer lohnen sich für diese wenigen Tage daher teure Pools gar nicht.

Doch deren Wasser lässt sich sogar mit herbstlicher Sonne und schon abgekühlter Luft erwärmen. Für größere, fest installierte Pools bietet sich dafür unter anderem eine Wärmepumpe an. Sie entzieht der Luft oder dem Erdreich Wärme, pumpt diese mit Strom auf ein höheres Temperaturniveau und überträgt sie auf das Beckenwasser. Dieser Prozess sei für Pools schon ab einer Außentemperatur von circa zwölf Grad möglich, sagt Ute Wanschura vom Bundesverband Schwimmbad und Wellness.

Die Energiemenge, die die Wärmepumpe verbraucht, ist kleiner als die Wärme, die sie gewinnt: Moderne Modelle schafften mit einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme, abhängig von der Außentemperatur.

Beheizen mit Sonnenstrahlen

Eine ebenfalls vergleichsweise energieeffiziente Alternative ist das Beheizen des Pools mit Sonnenenergie. «Die einfachste Lösung sind Kunststoffabsorber, die es in Form von Matten, Platten oder Schläuchen gibt», erklärt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Sie werden im Garten, auf dem Haus- oder auf dem Garagendach montiert.

Das Poolwasser durchströmt die Absorber direkt und erwärmt sich dabei - wie in einem Gartenschlauch, der in der Sonne liegt, beschreibt Ute Wanschura. So lassen sich Temperaturen erreichen, die um vier bis zehn Kelvin über dem eines unbeheizten Beckens liegen - was vier bis zehn Grad Celsius entspricht.

Die zweite Lösung mit Sonnenenergie sind Kollektoren wie man sie auch für das Beheizen des Gebäudes vom Hausdach kennt, in dem Fall aber in der Nähe des Pools aufgebaut werden. Durch sie fließt kein Badewasser wie bei den Solarabsorbern, sondern eine frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit, die aber ebenfalls von der Sonne erwärmt wird. Ein Wärmetauscher überträgt die erzeugte Wärme auf das Wasser.

Die Hausheizung mit nutzen

Die Alternative dazu ist, direkt die Solarthermieanlage für das Haus auch für den Pool zu nutzen - und zwar deren Überschüsse. Darauf weist der VdZ Spitzenverband der Gebäudetechnik hin.

Die über Solarkollektoren gewonnene Energie wird in einem Wärmespeicher zwischengelagert und je nach Bedarf für Heizung und Warmwasser bereitgestellt. Immerhin in den warmen Monaten ist die Ausbeute an Sonnenenergie besonders hoch, der Wärmebedarf im Haus aber eher gering.

Poolexpertin Ute Wanschura empfiehlt diese Integration der Poolheizung in die Hausheizung. «Das ist meist die effizientere Variante, da hier alle Komponenten miteinander vernetzt sind und abgestimmt aufeinander arbeiten.» Die Steuerung der Poolheizung könne aber auch manuell erfolgen.

Damit das Wasser im Pool dann möglichst lange warm bleibt, ist ein Dach für das Becken nötig. Damit lasse sich der Energiebedarf für die Poolerwärmung um bis zu 80 Prozent senken, so Wanschura.

© dpa-infocom, dpa:210803-99-683788/3

Poolbau und Auflagen

Schwimmbecken mit einem Volumen von bis zu 100 Kubikmetern brauchen in den meisten Fällen keine Baugenehmigung, wenn sie etwa eine Nebenanlage zu einem Wohngebäude sind. Es kann aber Ausnahmen in den Details und baurechtliche Vorschriften geben. Und: Aufgrund der immer wieder vorkommenden Trockenzeiten in einigen Landesteilen untersagen manche Städte und Kommunen inzwischen zeitweise im Sommer das Befüllen der Pools in Privatgärten - oder rufen zumindest dazu auf, Wasser zu sparen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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