Der Schuppen macht Karriere: Gartenhaus für Fahrrad und Müll

02.05.2016
Wie klassische Gartenhäuser wirken sie nicht mehr: Aus den üblichen Unterständen für Werkzeug und Räder sind stylishe Designobjekte geworden. Wer sein Rad liebt, schließt es heute in speziellen Garagen vor dem Haus ein. Und die Mülltonne wandert unters Blumenbeet.
Gartenhaus mit besonderer Funktion: In diesem Holzhaus von Die Zweiradgarage finden alle Fahrräder der Familie einen trockenen Parkplatz (ab 1820 Euro). Foto: die zweiradgarage/Christian Köster
Gartenhaus mit besonderer Funktion: In diesem Holzhaus von Die Zweiradgarage finden alle Fahrräder der Familie einen trockenen Parkplatz (ab 1820 Euro). Foto: die zweiradgarage/Christian Köster

Bad Honnef (dpa/tmn) - Als Geräteschuppen und Lager für Ausrangiertes sind sie viel zu schade. Gartenhäuschen von heute dienen auch als Fahrradgarage, Hobbyraum, Party-Location, Atelier, Spielzimmer oder als eleganter Blickschutz für die Mülltonnen.

Dabei sehen sie längst nicht mehr unbedingt wie eine klassische Laube aus. Praktisch sind etwa Mini-Garagen, in denen sich mehrere Fahrräder sicher und witterungsunabhängig unterbringen. Oder die Müllboxen. Sie sind abschließbar und haben eine schlichte, aber teils edle Hülle.

Auch wenn sie oft klein sind, handelt es sich bei den Hütten, Garagen und Unterständen für Mülltonnen um Bauten, die genehmigungspflichtig sein können. «Die Vorschriften sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich», erklärt Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL). «Egal, wofür das Gartenhäuschen am Ende verwendet werden soll, der erste Weg sollte immer zum örtlichen Bauamt führen.» Auch der Nachbar sollte Bescheid wissen - besonders, wenn das Häuschen nahe der Grundstücksgrenze stehen soll.

Keine Genehmigung als Nebengebäude bekommen in der Regel Projekte zum Wohnen oder Übernachten von Gästen. «Eine Toilette oder Dusche in Gartenhäuschen einzubauen, das geht gar nicht», stellt Architekt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum in Bonn klar. Als Nebenanlagen sind sie lediglich zum Abstellen von Gartengeräten, Fahrrädern, Mopeds oder Mülltonnen gedacht. «Allenfalls kann auch mal der Einbau einer Heizungsanlage genehmigt werden.»

Um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, sollte das Gebäude auf einem sicheren Fundament sitzen. «Selbst die kleinste Hütte sollte sicher vor Feuchtigkeit und Sturm geschützt sein», betont Henze. Gut sind deshalb eine Regenrinne und eine Drainage. Denn ein trockener Fußboden ist die Voraussetzung für jede Nutzungsvariante des Bauwerks. Etwa für die Unterbringung von Fahrrädern.

«Die Zahl der Radfahrer nimmt ständig zu. Oftmals gibt es in einer Familie mehrere Räder, die sicher untergestellt werden sollen», sagt Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Eine abschließbare Fahrradgarage auf dem Grundstück hat Vorteile: «Sie ist unkompliziert zu erreichen, es gibt keine störenden Treppen und die Räder können einfach darin abgestellt werden, ohne sie extra anschließen zu müssen.» Besonders platzsparend sind versenkbare Fahrradboxen, sie liegen etwa unter einem Blumenbeet und werden bei Bedarf angehoben wie ein Lift. Erste Modelle sind bereits auf dem Markt. «Sie sind aber im privaten Bereich kaum verbreitet, weil sie technisch und finanziell ziemlich aufwendig sind», sagt Huhn.

Anders ist das bei unterirdischen Boxen für Mülltonnen. Sie sind nach Ansicht der Experten auf dem Vormarsch. Bei den meisten Anlagen werden die Müllbehälter mit Hilfe einer Hebevorrichtung auf Erdniveau angehoben und nach dem Befüllen wieder in den Boden versenkt - ganz ohne körperlichen Kraftaufwand. «Während bei einfachen Müllhäuschen oder -boxen fertige Typen auf dem Markt sind, die in der Regel ohne Planer und Statiker montiert werden können, ist bei versenkbaren Modellen professionelle Hilfe nötig», betont Architekt Szubin.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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