Dem Hemd geht's an den Kragen

29.07.2019
Was hat Alufolie mit Bügeln zu tun? Und warum lässt man von speziellen Sprays besser die Finger? Experten erklären, wie beim Bügeln von Hemden und Co. alles glattgeht.
Wer langsam bügelt, macht weniger Falten in den Stoff. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer langsam bügelt, macht weniger Falten in den Stoff. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa) - Einen Bügelwäsche-Berg abzuarbeiten, ist nicht gerade die schönste Abendbeschäftigung. Oder etwa doch? Wer sich umhört, erfährt nicht selten: So mancher bügelt zur Entspannung. Doch dabei sollten natürlich Ärgernisse und Falten ausbleiben. Wie gelingt das am besten?

So geht's schneller:

«Wenn man Alufolie auf das Bügelbrett spannt und dann mit Stoff bezieht, wird die Wärme des Bügeleisens reflektiert und die Wäsche gleich von der anderen Seite mit gebügelt», verrät Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt am Main seinen Trick.

Ganz einfach lässt sich auch Zeit sparen durch einen Handgriff beim Herausholen der noch nassen Wäsche aus der Maschine: Vorsichtig daran ziehen oder einmal kräftig schütteln, rät Martina Schäfer von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft in Rheine.

Auch das Sortieren trägt zur Zeitersparnis bei. «Man beginnt mit den Stücken, die bei niedriger Temperatur gebügelt werden. Unten im Korb liegt die Wäsche, die Höchsttemperatur verträgt», sagt Hauswirtschaftsmeisterin Urte Paaßen aus Essen.

So geht's leichter:

Mit weniger Anstrengung bügeln lässt sich, wenn die Wäsche vorher nicht vollständig getrocknet wird. Am besten sei eine Restfeuchte von sechs bis acht Prozent, sagt Schäfer.

Oder man feuchtet die Stücke zum Bügeln wieder an. «Das empfiehlt sich insbesondere bei Leinenbekleidung und einigen Baumwollteilen», sagt Paaßen. Die Stücke vorher mit lauwarmem Wasser aus einer Sprühflasche benebeln, dann lassen sich Falten mühelos wegbügeln. Bei Mischfasern sei das meist nicht notwendig.

Gerade hartnäckige Falten sollten angefeuchtet oder mit dem Dampfbügeleisen benebelt werden. «Der Dampf lässt die Fasern etwas aufquellen, dadurch werden die Textilien besser formbar und können leichter geglättet werden», erklärt Rose. Bei Bügeleisen mit Dampffunktion reicht ein Dampfaustritt von 30 bis 40 Gramm pro Minute, so Schäfer. Ist es mehr, ist die Wäsche nach dem Glätten noch etwas feucht - und muss folglich erst mal getrocknet werden, bevor sie in den abgeschlossenen Kleiderschrank kommt.

So geht's einfacher:

«Achten Sie dem Rücken zuliebe auf die richtige Höhe des Bügelbrettes und auf eine unfallfreie Stromzuführung», rät Rose. Für Rechtshänder sollte die Abstellfläche für das Eisen daher auf der rechten Seite sein. Und sie arbeiten sich von rechts nach links über den Stoff. «Rechts neben dem Brett steht die Wäschewanne mit der sortierten Wäsche - am besten auf einem Hocker, damit man sich nicht immer bücken muss», empfiehlt Schäfer. «Links steht eine mobile Kleiderstange oder etwas, in das ich das Gebügelte ablege.» Linkshänder machen es genau andersherum.

So erspart man sich Fehler:

Schnell bügeln ist kontraproduktiv. «Viele wedeln mit dem Bügeleisen nur so hin und her», sagt Paaßen. «Damit macht man sich die Arbeit schwerer. Wenn man es ruhig führt, bügelt man wesentlich effektiver und macht auch nicht so schnell neue Falten hinein.»

Rose rät von Bügelspray ab. «Es kann das Bügeleisen leicht verfärben, auch die Wäsche kann Flecken bekommen.» Vorsichtig sollte man auch mit Sprühstärke sein. «Geht davon etwas auf den Fußboden, wird dieser sehr glatt. Den Boden nach dem Bügeln also ordentlich säubern oder schon beim Waschen Flüssigstärke verwenden», rät Paaßen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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