Bauunternehmern nur eingeschränktes Hausrecht geben

21.11.2019
Die Umsetzung des Bauprojekts übernehmen meistens Bauunternehmen. Für Auftraggeber heißt das: Bauvertrag prüfen. Versucht das Unternehmen, sich das Hausrecht zu sichern, ist Vorsicht geboten.
Bauherren müssen die Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle sehr ernst nehmen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bauherren müssen die Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle sehr ernst nehmen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Auf eigenem Grund ein Haus zu bauen, bedeutet oft, sämtliche Arbeiten am Haus an ein Bauunternehmen zu übertragen. Bauherren sollten jedoch bei Vertragsschluss darauf achten, dass sie das Hausrecht auf ihrem Grund nicht vollständig abgeben, rät der Verband Privater Bauherren (VPB).

Denn sonst verlieren sie den Zugang zu ihrem eigenen Grundstück und können den Baufortschritt nicht regelmäßig prüfen. So bleiben bauliche Mängel unter Umständen unentdeckt, bis die Gewährleistungsfrist verstrichen ist, warnt der VPB. Bauherren müssen zudem stichpunktartig prüfen, ob auf der Baustelle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Daher empfiehlt der VPB, den Bauvertrag vorab prüfen zu lassen. Manche Bestimmungen sind nach Einschätzung des Verbands von vornherein unwirksam: Sieht der Vertrag Abschlagszahlungen vor, kann darin das Hausrecht Bauherren nicht verwehrt werden. Ihnen werde sonst die Chance genommen, den Baufortschritt zu verfolgen und bei Mängeln Teilzahlungen zurückzubehalten.

Generell rät der VPB, Bauunternehmern höchstens ein zeitlich befristetes und eingeschränktes Hausrecht einzuräumen. Die Bauherren selbst sowie von ihnen benannte Personen sollten sowohl über das Betretungsrecht als auch einen Schlüssel zum Haus verfügen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für den Abwasseranschluss müssen private Bauherren oft selbst sorgen. Eine gute Planung vermeidet unnötige Folgekosten. Foto: Sönke Möhl Wasser nicht vergessen: Entwässerung bei Hausbau planen Wer privat ein Haus baut, sollte sich von Anfang an intensiv um die Entwässerung kümmern. Denn sind die Leitungen nicht gut geplant, können im Ernstfall Schäden an Gebäude und Hausrat drohen. Und das kann ins Geld gehen.
Bauherren müssen die Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle sehr ernst nehmen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Bauunternehmern nur eingeschränktes Hausrecht geben Die Umsetzung des Bauprojekts übernehmen meistens Bauunternehmen. Für Auftraggeber heißt das: Bauvertrag prüfen. Versucht das Unternehmen, sich das Hausrecht zu sichern, ist Vorsicht geboten.
Der Kaufvertrag für eine Immobilie enthält wichtige Punkte. Käufer sollten sich genügend Zeit nehmen, die Unterlagen zu prüfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Doppelt aufpassen: Fallstricke im Vertrag beim Hauskauf Der Kaufvertrag für eine Immobilie birgt einige Fallstricke. Weil in den meisten Fällen Grundstückskauf und Hausbau in einem Dokument vereinbart werden, müssen Käufer vor der Unterschrift doppelt aufpassen.
Baugrundstücke gibt es meist schon fix parzelliert von den Gemeinden. Sie regeln oft auch, wie viel Prozent davon das Gebäude bedecken darf. Foto: Patrick Pleul Jeder Quadratmeter kostet: So berechnet sich die Baufläche Vielen Menschen fällt es schwer, sich Größen vorzustellen. Beim Hausbau ist so mancher davon überfordert, wie groß ein Grundstück sein muss. Und auch die Kommunen schreiben so manches dazu vor, etwa wie viel Prozent der Fläche überhaupt bebaut werden dürfen.