Bauherren können Erschließungskosten senken

23.10.2019
Die Nebenkosten des Hausbaus vergessen Bauherren anfangs oft. Sie können es aber in sich haben - neben der Erschließung des Baulandes fallen auch Kosten für Hausanschlüsse an.
Strom, Wasser, Gas - und die Verkehrsanbindung. Bei den Erschließungskosten kann für Bauherren einiges zusammenkommen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Strom, Wasser, Gas - und die Verkehrsanbindung. Bei den Erschließungskosten kann für Bauherren einiges zusammenkommen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Erfurt (dpa/tmn) - Beim Hausbau sind nicht nur Grundstück und Material zu zahlen. Auch für die Erschließung müssen Bauherren in die Tasche greifen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten einer neuen Straße vor der Haustür, erklärt Evelyn Wernecke, Beraterin im Bauherren-Schutzbund.

Auf welche Erschließungskosten müssen sich Bauherren einstellen?

Evelyn Wernecke: Die Kosten sind je nach Region und Grundstück sehr unterschiedlich. Wichtig ist, zu wissen: Es gibt eine äußere Erschließung des Baugebiets und eine sogenannte innere Erschließung, den Anschluss des Grundstücks und Gebäudes.

Die Kosten für die Erschließung des Gebiets können Versorgungsträger oder Kommune teilweise auf die Bauherren umlegen. Fertige Baugrundstücke in Baugebieten sind dagegen in der Regel erschlossen und die Kosten schon beim Grundstückskauf eingepreist.

Bei der inneren Erschließung werden entweder die Anschlüsse von der Straße hin auf das Grundstück verlegt. Oder auf Antrag des Bauherren werden sie direkt ins Gebäude gelegt. Das sind die Anschlüsse für Strom, Gas, Wasser, Elektro, Telefonanschluss und - je nach Region und Notwendigkeit - auch zur Entwässerung. Beim Abwasserzweckverband kann eingesehen werden, was dabei gilt.

Wie können Bauherren bei der Erschließung sparen?

Wernecke: Wie teuer es wird, richtet sich zum Beispiel nach den Versorgungsträgern, den Anforderungen und dem Aufwand, der für die Arbeiten nötig ist - muss etwa Asphalt aufgeschnitten werden, um Leitungen unter einer Straße zu verlegen? Das muss man immer mit den örtlich Zuständigen abklären.

Bauherren können Kosten sparen, wenn sie selbst den Schacht graben - jedoch lediglich auf dem eigenen Grundstück. Bei den Hausanschlüssen wird von der Mitte der Straße aus die erforderliche Anschlusslänge errechnet, die bis zum Haus noch geschachtet werden muss. Den Anschluss an sich dürfen aber nur bestimmte Unternehmen herstellen, die zum Beispiel für die jeweiligen Wasserverbände im speziellen Gebiet zugelassen sind.

Und wenn ein Haus mit zwei Wohnungen und einem gemeinsamen Anschlussraum zur Unterverteilung gebaut wird, sind nur einmal Anschlusskosten zu zahlen. Bauen zwei Bauherren ein Doppelhaus, zahlt dagegen jeder für seinen Anschluss.

Können nachträglich Kosten dazukommen?

Wernecke: Wenn man nach einem Umbau einen neuen Bauantrag stellen muss, kann es sein, dass ein neuer Anschluss notwendig wird, zum Beispiel weil der bisherige veraltet ist. Ich kann nur empfehlen, sich vorher beim örtlichen Anbieter zu erkundigen, wie teuer es wird, um besser planen zu können.

Verbessert die Stadt oder Gemeinde eine Straße, die am Grundstück vorbeiläuft, kann sie dafür außerdem in manchen Bundesländern einen Straßenausbaubeitrag erheben.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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