Balkongestaltung: Eigentümergemeinschaft hat Mitspracherecht

24.02.2020
Sichtschutz, Blumenkästen oder wild rankende Pflanzen: Viele Mieter wollen sich den Balkon nach eigenem Geschmack gemütlich machen. Aber: Nicht alles ist erlaubt.
Wohnungseigentümer sollten einen Blick in die Gemeinschaftsordnung werfen, bevor sie ihren Balkon gestalten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Wohnungseigentümer sollten einen Blick in die Gemeinschaftsordnung werfen, bevor sie ihren Balkon gestalten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Bonn (dpa/tmn) - Wohnungseigentümer können ihren Balkon nicht immer so bepflanzen wie sie wollen. Der Grund: Balkone sind in der Regel Gemeinschaftseigentum, erklärt der Verband Wohnen im Eigentum (WiE). Sie gehören also der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG).

Was auf dem Balkon erlaubt ist und was nicht, steht daher meist in der Gemeinschaftsordnung. Wird die Frage der Bepflanzung darin nicht geregelt, können Wohnungseigentümer den Balkon nach ihren Vorstellungen gestalten. Allerdings müssen sie dabei Rücksicht auf die Miteigentümer nehmen. So sollten zum Beispiel keine Pflanzen zu den Nachbarn hinüberwuchern oder Gießwasser nicht ständig aus Blumenkästen die Fassade herunterfließen.

Wollen Wohnungseigentümer ihre Balkonbrüstung mit einem Sichtschutz blickdicht machen, sollten sie ebenfalls schauen, ob die Gemeinschaftsordnung das erlaubt. Gibt es keine Regelung, gilt: Wegen der möglichen negativen optischen Auswirkung auf die Fassade wird der Sichtschutz in der Regel als bauliche Veränderung eingeordnet, der alle betroffenen Eigentümer zustimmen müssen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer seine Blumen gießt, sollte dabei Rücksicht auf die Nachbarn in unteren Stockwerken nehmen. Foto: Britta Pedersen/dpa Was auf dem Balkon beachtet werden muss Der Balkon ist für viele gestresste Großstädter eine willkommene Mini-Oase. Eine üppige Begrünung kann für Naturflair sorgen. Allerdings gilt es dabei, einige Regelungen zu beachten.
Der Trend des Urban Gardening bekommt ein neues Produkt: kleine Gewächshäuser speziell für den Balkon. Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn Experte: Auf dem Balkon wächst künftig mehr Gemüse Geranien sind der Klassiker der Balkonbepflanzung. Sie sehen hübsch aus, mehr nicht. Tomaten sind da anders: Sie schmecken auch noch gut. Immer mehr Balkongärtner wissen das zu schätzen: Sie ziehen daher Gemüse den Zierpflanzen vor.
Um viele Frühjahrsblüher auf engem Raum unterzubringen, kann man ein Regal aus alten Weinkisten bauen. Foto: Patrick Pleul Blumenregal aus Weinkisten: Platz für bunte Frühlingsblüher Um auf engem Raum eine üppige Bepflanzung zu schaffen, ist Kreativität gefordert. Aus alten Weinkisten lässt sich zum Beispiel ganz leicht ein platzsparendes Regal bauen.
Kommt eine Bepflanzung aufgrund ihres Umfangs einer baulichen Veränderung gleich, kann der Vermieter rechtliche Schritte einleiten. Foto: Arne Dedert Welche Pflanzen auf dem Balkon nicht erlaubt sind Begrünung ja, Dschungel nein: Ein Vermieter kann die Begrünung des Balkons grundsätzlich nicht verbieten. Doch gewisse Grenzen gibt es schon.