Architekten-Honorar im Vertrag regeln

15.04.2020
Ein Architektenvertrag bietet Planungssicherheit. Bauherren sollten jedoch auch das Honorar genau festlegen, das ein freier Architekt bekommt. Denn derzeit gibt es da einen rechtlichen Schwebezustand.
Je mehr bei einem Bauprojekt vertraglich vereinbart wurde, desto besser ist die Planungssicherheit für den Bauherren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Je mehr bei einem Bauprojekt vertraglich vereinbart wurde, desto besser ist die Planungssicherheit für den Bauherren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Engagieren Bauherren für die Planung und den Bau eines Hauses einen freien Architekten, sollten sie sich vertraglich auch bei der Honorarfrage absichern. Dazu rät der Verband Privater Bauherren (VPB).

Rechtslage bislang unklar

Zwar gebe es eine Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Doch die darin verbindlich rechtlich festgelegten Mindest- und Höchstsätze verstoßen laut VPB gegen europäisches Recht. Dies hat der Europäische Gerichtshof entschieden (Az.: C-377/17).

Die Ausübung von Dienstleistungen dürfe laut einer EU-Dienstleistungsrichtlinie (2006/123/EG) nicht von der Beachtung von festgesetzten Mindest- oder Höchstpreisen abhängig gemacht werden.

Honorarfrage im Vertrag regeln

Ob die Honorarordnung vollständig aufgehoben oder als Empfehlung weiter existieren wird, sei laut VPB bislang unklar.

Der Tipp an Bauherren: Nehmen Sie vorsorglich ausdrücklich Regelungen zum Honorar in den Architektenvertrag auf. Diese könnten auch vorsehen, dass das Honorar gilt, das die HOAI bisher vorsieht.

EU-Dienstleistungsrichtlinie: 2006/123/EG

Bundesarchitektenkammer zum HOAI-Urteil

EuGH-Urteil


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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