Abzocke bei Entfernen von Wespennestern

21.08.2020
Ein Wespennest am Haus ist nervig. Verbraucherschützer warnen aber vor Abzocke, wenn man für das Entfernen den Notdienst ruft - und sie geben Tipps, wie man fragwürdige Anbieter erkennt.
Wespennester am Haus sind nervig und dürfen nur von Profis entfernt werden. Verbraucherschützer warnen aber vor unseriösen Schädlingsbekämpfern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Wespennester am Haus sind nervig und dürfen nur von Profis entfernt werden. Verbraucherschützer warnen aber vor unseriösen Schädlingsbekämpfern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Wespen können einem im Moment das Essen und Trinken im Garten oder Straßencafé zur Qual machen. So richtig nervig können die gelb-schwarzen Quälgeister werden, wenn sie unter dem Hausdach oder dem Rolladenkasten ihr Nest haben.

Viele Bewohner wollen das entfernen lassen. Verbraucherschützer warnen hier aber vor Abzockern. Dann kann das Entfernen des Nestes sehr teuer werden.

Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt, dass man im Internet zwar viele Schädlingsbekämpfer finde: «Aber die ersten fünf, die bei der Google-Suche oben gelistet sind, sind meistens unseriös. Die haben sich nach oben gekauft.»

In den meisten Fällen seien das Call-Center, die die Anrufe an «fliegende Monteure weiterreichen, die dann tatsächlich vor Ort auftauchen», erklärt der Verbraucherschützer.

So erkennt man Abzocker

Unseriöse Anbieter erkannt man laut Bauer daran, dass sie nicht genau informieren, mit welchen Chemikalien sie arbeiten. «Zweiter Hinweis: Sie halten sich bei Preisen bedeckt.» Kommt es zur Abrechnung, kann es teuer werden. Die Preise liegen üblicherweise zwischen 80 und 150 Euro. Bei Abzockern sind sie jedoch um ein Vielfaches höher.

Deshalb sollte man mit dem Anbieter einen Dienstleistungsvertrag abschließen. Von dem kann man übrigens auch noch zurücktreten, wenn der Schädlingsbekämpfer schon vor Ort ist. «Wenn der Monteur vor Ort sagt: "Das kostet Sie mindestens 800 Euro.", können Sie sagen: "Da kommen wir nicht ins Geschäft, bitte gehen Sie."» Ist das Geld jedoch einmal gezahlt, kann man es nicht mehr zurück verlangen.

Genau informieren hilft gegen Betrüger

Der Tipp des Verbraucherschützers: Einen Blick ins Impressum des jeweiligen Schädlingsbekämpfers werfen. Der Anbieter sollte mindestens in der eigenen Stadt sein Geschäft haben. Gibt es erst gar kein Impressum, sollte man diesen Anbieter gar nicht kontaktieren. Bauer: «Das ist zu 100 Prozent unseriös.»

Wespen darf man ohne triftigen Grund übrigens nicht umsiedeln oder töten. So steht es im Bundesnaturschutzgesetz. Hornissen sind noch stärker geschützt. Wer ein Wespennest ohne Einschätzung eines Fachmanns entfernt, riskiert eine Geldbuße von mehreren Tausend Euro.

© dpa-infocom, dpa:200821-99-253105/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Es ist kein schönes Gefühl, sich ausgesperrt zu haben. Doch eine Versicherung, die für den Schlüsseldienst aufkommt, rechnet sich laut Verbraucherschützern oft nicht. Foto: Kai Remmers Schlüsseldienst: Versicherung lohnt nur selten Die Haustür ist verschlossen, der Schlüssel nicht zu finden. Für viele eine Horrorvorstellung - auch wegen hohen Kosten für einen Handwerker. Schlüsseldienst-Versicherungen sollen eine Lösung für den Notfall sein. Doch Verbraucherschützer raten ab.
Brummer müssen draußen bleiben: Insektenschutzgitter sind ein gutes Mittel gegen Fliegen und andere Nervensägen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn Was sich gegen Mücken und Co. tun lässt Brummen, Surren, manchmal sogar Stiche: Insekten in den eigenen vier Wänden gehören zu den nicht ganz so schönen Begleiterscheinungen des Sommers. Was hilft wirklich gegen die Nervensägen?
Einzelne Ameisen müssen Mieter ertragen. Nistet sich aber eine ganze Kolonie häuslich in der Wohnung ein, sollten sie den Vermieter informieren. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn Was Mieter bei Ungeziefer im Haus machen sollten Es gibt Ungeziefer in der Wohnung, im Keller oder am Haus? In einem solchen Fall sollten sich Mieter umgehend an ihren Vermieter wenden. Bis zur Beseitigung des Mangels können sie die Miete mindern.
Wer einen Kammerjäger wegen einer Schädlingsbekämpfung holen muss, der sollte nachfragen, welche Mittel dieser benutzt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa Verwendung von Köderdosen statt Sprays Es sind Motten, Kakerlaken oder Ratten im Haus? Wer einen Kammerjäger ruft, sollte sich nicht allein auf dessen Fachwissen verlassen. Besser ist es zu fragen, welche Produkte zum Einsatz kommen.