Windpocken treffen Erwachsene härter

08.11.2019
Windpocken sind eine der klassischen Kinderkrankheiten. Doch der Begriff führt aufs Glatteis - denn sie sind kein Kinderkram, den Erwachsene auf die leichte Schulter nehmen können.
Wer die Windpocken als Kind hatte, ist immun dagegen - alle anderen sollten über eine Impfung nachdenken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer die Windpocken als Kind hatte, ist immun dagegen - alle anderen sollten über eine Impfung nachdenken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Windpocken sind hochgradig ansteckend und gerade für Erwachsene alles andere als ungefährlich. Bei Kindern heilt die Erkrankung in der Regel binnen zwei Wochen wieder aus. Bei Erwachsenen kann sie deutlich länger dauern und stärker schwächen, auch das Komplikationsrisiko ist höher.

Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) auf Gesundheitsinformation.de hin.

Einmal immun - immer immun

Die gute Nachricht dabei: Wer einmal die Windpocken hatte, als Kind zum Beispiel, ist immun dagegen. Wer nicht immun ist, sollte über eine Impfung nachdenken. Die Ständige Impfkommission (STIKO)  empfiehlt die Impfung unter anderem allen Kindern sowie Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Neurodermitis.

Wichtig ist auch, dass sich Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen. Der Grund: Eine Windpocken-Erkrankung in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft kann bei Kindern schwere Fehlbildungen verursachen - und eine Infektion rund um den Geburtstermin ist für das Kind sogar lebensbedrohlich. Ist eine Frau bereits schwanger, kann sie sich gegen die Windpocken nicht mehr impfen lassen.

Blitz-Impfung nach Kontakt mit Erkrankten

Andere Erwachsene können die Impfung aber schnell - nämlich innerhalb von fünf Tagen - nachholen, wenn sie Kontakt mit Erkrankten hatten. Eventuell lässt sich die eigene Erkrankung so noch verhindern oder wenigstens abschwächen. Schwangere ohne Impfung können sich in solchen Fällen Antikörper verabreichen lassen, die sogenannte passive Immunisierung.

Grundsätzlich können nach Angaben des IQWIG auch Geimpfte weiter an Windpocken erkranken. Das ist aber selten, zudem verläuft die Krankheit dann milder und mit geringerem Komplikationsrisiko.

STIKO-FAQ zur Impfung gegen Windpocken

IQWIG zu Windpocken


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Impfstatus prüfen. Foto: Lukas Schulze Frauen mit Kinderwunsch müssen Windpocken-Impfstatus prüfen Für ungeimpfte Schwangere sind Windpocken besonders gefährlich. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich deshalb rechtzeitig informieren.
In Deutschland sind Abtreibungen nach wie vor rechtswidrig. Damit der Eingriff straffrei bleibt, muss etwa eine Beratung in einer staatlich anerkannten Konfliktberatungsstelle erfolgen. Foto: Jens Büttner Zahl der Abtreibungen minimal gesunken Erst der Streit über die Reform des Paragrafen 219a, dann ruft eine geplante Studie des Gesundheitsministers empörte Reaktionen hervor: Über Schwangerschaftsabbrüche wird wieder viel diskutiert. 2018 entschieden sich wieder etwas weniger Frauen für eine Abtreibung.
Weil sie auch das Baby vor Viren schützen kann, empfehlen Experten Schwangeren die Grippeschutzimpfung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt auch das Baby Schon seit Jahren wird Schwangeren eine Grippeschutzimpfung empfohlen. Doch nur sehr wenige werdende Mütter nehmen die Impfung in Anspruch. Der Pieks kann jedoch nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby vor vielen Virenstämmen schützen.
Gegen Keuchhusten und Influenza lassen sich Schwangere am besten nicht vor, sondern erst während der Schwangerschaft impfen. Foto: Maurizio Gambarini Frauenärzte raten Schwangeren zur Keuchhusten-Impfung Schwangere können Infektionskrankenheiten leicht an ihr Kind weitergeben. In den ersten Lebenswochen sind die Säuglinge daher manchmal einem hohen Risiko ausgesetzt. Ein Impfschutz kann helfen, dieses zu mindern. Frauenärzte geben nun eine neue Empfehlung.