Wie wirksam ist das Training mit Faszienrollen?

31.05.2019
Ein Fitnessgerät liegt derzeit besonders im Trend: die Faszienrolle. Übungen hiermit sollen Verspannungen lösen und das Bindegewebe straffen. Wird dieser Trainingseffekt tatsächlich erzielt?
Unklare Wirkung: Das Training mit Faszienrollen soll viele positive Effekte haben - wissenschaftlich bewiesen ist aber kaum etwas davon. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Unklare Wirkung: Das Training mit Faszienrollen soll viele positive Effekte haben - wissenschaftlich bewiesen ist aber kaum etwas davon. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Jena (dpa/tmn) - Rund um Faszienrollen beziehungsweise das sogenannte Foam Rolling gibt es viele Versprechen. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit von Übungen mit der Massagerolle existieren aber kaum, warnt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS).

Freizeitsportler brauchen daher keine Rolle, um zum Beispiel ihre Muskulatur zu lockern - herkömmliche Dehnübungen reichen dafür aus. Glaubt man den Herstellern von Faszienrollen, haben die Trainingsgeräte gleich mehrere positive Effekte: So sollen sie zum Beispiel Verspannungen lösen, die Beweglichkeit verbessern oder das Bindegewebe stärken.

Forscher der Universität Wuppertal fanden in Experimenten aber keine Beweise dafür. So konnten die Teilnehmer nach einem kurzen Training mit den Rollen zum Beispiel nicht höher springen - nach zehn Minuten auf dem Fahrradergometer aber schon.

Auch mögliche Risiken des Rollen-Training seien bisher kaum erforscht, warnt Studienleiter Christian Baumgart. Langfristig könnte es zum Beispiel Schäden an den Venenlappen verursachen. Und auch andere negative Effekte seien denkbar, zum Beispiel auf die Haut, die Knochen und die Muskulatur.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für kleinere Partien wie den Nacken oder die Schultern eignen sich Bälle oder kleine, speziell geformte Rollen. Foto: Christin Klose Was beim Entspannen mit Faszienrollen zu beachten ist Viele Freizeit- und Leistungssportler schwören auf die Faszienrolle, auch «Blackroll» genannt, und deren Wohlfühleffekt. Die Sportmedizin tut sich mit dem Trainings- und Therapiewerkzeug aber noch schwer. Besonders dessen langfristige Folgen sind noch wenig untersucht.
Für mehr Wohlgefühl und Leistung: Faszientraining kann andere Trainingsprinzipien ergänzen. Foto: www.fascial-fitness.de/Mira Hampel Mehr Leistung und Wohlgefühl: Was kann das Faszientraining? Das faserige Bindegewebe, die Faszien, rücken in der Fitnessszene immer mehr in den Blickpunkt. Das Faszientraining soll Schmerzen lindern und die Leistung steigern. Kritiker warnen aber vor zu hohen Erwartungen.
Mit einer Faszienrolle kann man Sportlern zu Weihnachten eine Freude machen. Sie dient der Elastizität des Körpers. Foto: Christin Klose Sportliches zu Weihnachten verschenken Produkte für die Gesundheit sind als Weihnachtsgeschenk bei vielen beliebt. Jedoch müssen es nicht immer ein Entspannungsbad oder ein Vitamintrunk sein. Mit dem richtigen Präsent kann man auch jemanden motivieren, mehr für die Fitness zu tun.
Wer sich ausführlich dehnt, macht nichts falsch. Wichtiger ist aber, die Muskeln zu erwärmen, um sie auf das Training vorzubereiten. Foto: Christin Klose So wärmen sich Sportler richtig auf Aus rein medizinischer Sicht schützt dehnen nicht vor Verletzungen. Dennoch raten Experten dazu, es vor dem Sport ins Aufwärmprogramm einzubauen - allerdings als dynamisches Stretching. Um dauerhaft Beschwerden zu vermeiden, sind Kraft und Beweglichkeit wichtiger.