Wie Paare den Valentinstag nutzen können

04.02.2021
«Ah, du schon wieder!» Wer den Partner den ganzen Tag sieht, tut sich mit Zweisamkeit am Abend vielleicht schwer. Was helfen kann: erstmal Zeit alleine zu verbringen, sagt ein Paartherapeut.
Wirklich Zeit zusammen verbringen, obwohl man seit Monaten wenig anderes tut? Umso wichtiger ist es, diese Momente bewusst zu genießen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wirklich Zeit zusammen verbringen, obwohl man seit Monaten wenig anderes tut? Umso wichtiger ist es, diese Momente bewusst zu genießen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Viele Paare haben in der Pandemie mehr Zeit zusammen verbracht, als jemals zuvor. Zwischen Homeschooling, Arbeiten, Kochen und Kinderbespaßung kommt dabei aber nicht unbedingt erfüllte Paarzeit raus. Vielleicht kann der Valentinstag Anlass sein, um sich wieder etwas mehr auf den Partner zu konzentrieren?

Ein erster Schritt wäre jedoch, dass jeder erst einmal für sich guckt, wo er steht: Wer genervt ist oder sich gestresst fühlt, wird es schwer haben, eine gute Zeit mit seinem Partner zu verbringen. «Vielleicht braucht es dann erst mal eine Rückzugsmöglichkeit», sagt Eric Hegmann, Paartherapeut in Hamburg.

Nicht kommentarlos zurückziehen

Damit sich der Partner nicht ausgegrenzt fühlt, ist es wichtig, über dieses Bedürfnis zu reden, etwa: «Ich setze mich jetzt hier hin, höre etwas Musik und brauche Zeit für mich. Das hat nichts mit dir zu tun.» Probleme gebe es, wenn einer der beiden dieses Rückzugsbedürfnis nicht akzeptieren könne.

Gelingt die kurze Pause voneinander aber, ist der Kopf danach meist freier für Zweisamkeit. Um sie mit dem Partner umzusetzen, sollte man sich aber von vorgefertigten Bildern im Kopf freimachen - gerade zum Valentinstag. «Oft denken wir, dass wir etwas konsumieren müssen, dass es etwas Zusätzliches braucht, damit es romantisch wird», sagt Hegmann.

Nach dem Wohlfühlprinzip entscheiden

Er fasst unter Zweisamkeit aber alles auf, was dem Paar gut tut: «Das kann auch ein Spaziergang am Abend sein.» Entscheidend sei, dass man den Moment bewusst wahrnehmen kann und dankbar dafür ist, ihn gemeinsam mit dem anderen erleben zu können. «Das ist für mich die Definition von Romantik.»

Denn auch das habe die Pandemie in den vergangenen Monaten gezeigt: «Es gibt viele Paare, die sich gestärkt dadurch fühlen, gemeinsam die Krise zu meistern.» Das schließe nicht aus, dass man sich auch mal auf den Keks gehe.

Sich die Alternative vorzustellen - also als Single durch die Corona-Pandemie zu gehen - ist laut Hegmann nicht unbedingt die angenehmere Variante.

Nicht unter Stress setzen lassen

Von Zweisamkeit und Dankbarkeit lässt sich leicht reden - doch was ist mit Paaren, die gerade um ihre Existenz bangen und absolut keine Energie haben für gemeinsame Spaziergänge? «Wenn das gerade gar nicht geht, dann ist das auch okay. Man sollte sich nicht auch noch diesen Stress machen.»

© dpa-infocom, dpa:210204-99-296898/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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