Wie Paare den Haushalt fairer aufteilen

13.04.2022
Kinderbetreuung und Haushalt: In vielen Beziehungen schultern Frauen einen Großteil davon. Wie spricht man das Thema konstruktiv an, um Haushalt und Kinderbetreuung gerechter zu verteilen?
Wer packt den Rucksack fürs Kind? Damit eine gerechtere Arbeitsaufteilung in der Beziehung gelingt, braucht es vorab gute Kommunikation. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer packt den Rucksack fürs Kind? Damit eine gerechtere Arbeitsaufteilung in der Beziehung gelingt, braucht es vorab gute Kommunikation. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Wer hat auf dem Schirm, dass das Kind bald neue Gummistiefel benötigt? Wer plant das Essen? In vielen Partnerschaften fallen diese Aufgaben Frauen zu.

Viele von ihnen wünschen sich, Haushalt und Kinderbetreuung gerechter aufzuteilen. Dafür braucht es Kommunikation mit dem Partner. Gleichstellungstrainerin Annette Christ aus Köln gibt Tipps, wie das gelingt.

Tipp 1: Die Situation zunächst sortieren

In vielen Situationen mag es verlockend sein, dem Ärger direkt Luft zu machen, wenn er sich angestaut hat. Doch das helfe auf dem Weg zu einer langfristigen Lösung nicht, so Christ.

Sie rät, die Lage zunächst alleine in Ruhe durchzugehen. Welche Muster haben sich eingeschlichen? Was genau empfinde ich als ungerecht? «Hilfreich ist da, sich zu überlegen, welche Bedürfnisse man hat und nach welchen Werten man leben möchte», so Christ. Hat man das in Ruhe geordnet, steht die Grundlage für ein Gespräch. Tipp 2: Vorwürfe vermeiden

«Typisch, dass das wieder an mir hängen bleibt»: Auch wenn einem dieser Satz auf der Zunge liegt - aussprechen sollte man ihn besser nicht. «Mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen stelle ich mich über den Partner», warnt Christ. Ein konstruktives Gespräch kommt so kaum in Gang.

Gleiches gelte für Aussagen wie «Ich mach das schnell, bevor ich es dir lang und breit erkläre» oder «Für dich habe ich viel aufgegeben». Auch sie erzeugen eine Hierarchie. Besser ist es, das Thema auf Augenhöhe zu verhandeln - und eher Beobachtungen als Bewertungen in das Gespräch einzubringen.

Tipp 3: Geduld üben

Ein klärendes Gespräch - und schon hat man eine Lösung, mit der alle fein sind? Das passiert selten. «Was sich in 10, 20 Jahren in die Partnerschaft eingeschlichen hat, kann man nicht in einem Jahr ändern oder in einem Monat», sagt Christ. Neue Gewohnheiten brauchen Zeit, um sich zu etablieren.

Was auf dem Weg hilft: Fortschritte anerkennen. Das kann ein «Danke» oder ein Lob sein - nicht nur für den Partner, sondern auch für sich selbst. Schließlich bildet man in der Partnerschaft ein Team.

© dpa-infocom, dpa:220413-99-907453/2

Blog von Gleichstellungstrainerin Annette Christ


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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