Wie Kinder im Haushalt helfen lernen

13.12.2019
Spätestens im Teenager-Alter gibt es in vielen Familien Streit, wenn Kinder im Haushalt helfen sollen. Oft liegt das dann daran, dass Eltern sie nicht von klein auf eingebunden haben.
Auch Kinder können beim Geschirrspülen helfen. Foto: Tobias Hase/dpa
Auch Kinder können beim Geschirrspülen helfen. Foto: Tobias Hase/dpa

Bonn (dpa/tmn) - «Das mach ich lieber selbst.» Kleine Kinder wollen gern im Haushalt helfen - können aber natürlich noch nicht richtig wischen oder saugen.

Eltern sollten sie aber trotzdem einbinden, sonst bekommen sie später die Quittung: Das Kind weigert sich zu helfen, oder kann es gar nicht. «Ich bin ein großer Freund davon, Haushaltsaufgaben spielerisch zu vermitteln - und zwar von klein auf», erklärt Erziehungsexpertin Nicola Schmidt.

Ein wunderbares Beispiel sei das Einräumen der Spülmaschine, so die Buchautorin («Erziehen ohne Schimpfen»). Die sei wie ein großes Puzzle. «Also puzzeln wir die Teile zusammen da rein, wieder raus und wieder rein, bis es passt», erklärt Schmidt. Sie hält es für wichtig, dass Kinder danach Erfolgserlebnisse sehen: «Wow, der ganze Geschirr-Berg passt da wirklich rein».

Beim Staubsaugen könne man schon ganz klein beginnen. Da kann schon ein Kleinkind den Knopf drücken, damit sich etwa die Schnur einzieht. Das Kind sieht: Ich drücke einen Knopf und es passiert etwas.

Was überhaupt an Arbeit im Haushalt anfällt, könnten Klein- und Grundschulkinder noch gar nicht überblicken. Aber sie könnten durchaus kleine Aufgaben übernehmen. Wichtig dabei sei, die Aufgaben konkret zu formulieren. Also nicht «Räum den Tisch ab!», sondern «Bitte stelle alle Teller und Gläser in die Spülmaschine.»

Kindern sollte man auch nicht die Arbeit übertragen, die keiner machen will - etwa den Müll runterzubringen. Geeigneter seien Aufgaben, die Kindern Spaß machen. «Viele Kinder lieben es zum Beispiel, mit dem Sprühreiniger das Waschbecken im Bad zu putzen», sagt die Erziehungsexpertin. Doch sie warnt auch: «Leben Sie damit, dass es dann vielleicht nicht so perfekt ist, als wenn sie es selbst gemacht hätten.»

Webseite Nicola Schmidt


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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