Wie Kinder das Zähneputzen lernen

28.05.2020
Der Griff zur Bürste morgens und abends: für viele ist das nur nervige Notwendigkeit. Besonders Kinder mögen Zähneputzen häufig gar nicht. Wie sorgt man dafür, dass sie es dennoch ordentlich machen?
Damit das Putzen Spaß macht: Eltern dürfen Kinder beim Aussuchen der Zahnbürste ruhig einbeziehen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn
Damit das Putzen Spaß macht: Eltern dürfen Kinder beim Aussuchen der Zahnbürste ruhig einbeziehen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Kindern dürften wohl unzählige Dinge einfallen, die sie lieber tun als Zähneputzen. Damit der Nachwuchs das Bürsten nicht vernachlässigt und die Zähne richtig saubermacht, müssen die Eltern Kinder dabei begleiten.

«Das ist ein Erziehungsprozess, wie alles andere auch», erklärt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. «Man muss mit einer gewissen Kontinuität rangehen und Zwang vermeiden.»

Sein Rat ist, dass Zähneputzen von Anfang an als festes Ritual im Tagesablauf zu verankern. «Wenn man es vom ersten Milchzahn bis zum Schulanfang durchzieht, geht es in Fleisch und Blut über.» Gerade mit zunehmendem Lebensalter sei es oft nicht mehr ein Frage der Technik - stattdessen gehe es darum, dass man das Ritual gut gepflegt hat.

An Vorbildfunktion denken

Vater und Mutter sollten sich außerdem ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und dem Kind eine ordentliche Zahnhygiene vorleben. Es kann etwa helfen, öfters mal gemeinsam die Zähne zu putzen - damit das Kind sieht, wie es die Großen eigentlich machen.

Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollten Eltern das Zähneputzen starten. Weil die Kinder es gerade in den ersten Jahren nicht immer so genau nehmen, sollte man das Ergebnis ruhig prüfen - bis die Kinder in der ersten oder zweiten Klasse sind, sollte man Oesterreich zufolge «auf jeden Fall nachputzen». Wichtig sei allerdings, dass die Kleinen immer vorher selbst putzen.

Frühzeitig zum Zahnarzt gehen

Hilfreich ist auch, dass Kind frühzeitig mal mit zum Zahnarzt zu nehmen. «Auch um die Kontrollen zur Normalität werden zu lassen», wie der Experte sagt. Im frühkindlichen Bereich gehe es hier eher um ein spielerisches Kennenlernen des Zahnarztes. Später aber wird bei den Kontrollen auch die Technik des Putzens thematisiert. Oesterreich: «So lernen die Kinder auch, wie es richtig geht.»

Laut einer Studie der Krankenkasse Barmer hat ein Drittel der Zwölfjährigen in Deutschland Karies in den bleibenden Zähnen. Der «Zahnreport» berichtet demnach von 240 000 Kindern mit einer Karies-Behandlung im Jahr 2018.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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