Wie getrennte Eltern eine gerechte Feiertagsregelung finden

08.02.2019
Ostern, Pfingsten, Weihnachten und dann die Ferien: Nach der Trennung streiten sich Eltern oft jahrelang darüber, wo ihre Kinder ihre freien Tage verbringen. Wie findet man da eine friedliche Lösung?
Eine starre Lösung, wann sich ein Scheidungskind wann bei welchem Elternteil aufhalten soll, ist nicht in jedem Fall die erste Wahl. Foto: Rainer Jensen
Eine starre Lösung, wann sich ein Scheidungskind wann bei welchem Elternteil aufhalten soll, ist nicht in jedem Fall die erste Wahl. Foto: Rainer Jensen

Fürth (dpa/tmn) - «Für Eltern, die sich in diesem Punkt arg streiten, ist sicher eine starre Regelung die beste», sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Möglich wäre eine strenge Reihenfolge für bestimmte Feiertage: im ersten Jahr bei dir, im zweiten bei mir, im dritten bei dir und so weiter. «Oder man wechselt sich komplett bei den großen Feiertagen ab: Ostern bei mir, Weihnachten bei dir.»

Der Vorteil: Solche Regelungen wären dann auch vor dem Familiengericht einklagbar. Doch der Nachteil liegt für den Erziehungsexperten auf der Hand: «Das Leben ist halt nicht immer so starr. Da ändern sich plötzlich Dienstpläne, da kommt ein Ferienlager dazwischen, oder der beste Freund hat ausgerechnet in der Zeit Geburtstag, wo sich das Kind gerade beim anderen Elternteil aufhält.» Da sei es schon besser, eine flexiblere Lösung zu finden.

Ist es denn wirklich so wichtig, dass ein Kind haargenau drei Wochen der Sommerferien bei der Mutter und drei Wochen beim Vater verbringt? «Eltern sollten sich klarmachen, dass sie die Feiertags- und Ferienregelung nicht machen, weil sie den Ex-Partner so sehr mögen, sondern weil sie das Kind lieben», so Ritzer-Sachs.

Richtig kompliziert wird es dann, wenn neue Partnerschaften ins Spiel kommen und der neue Partner sich auch noch mit dem Ex-Partner abstimmen muss. Deshalb sollten Beratungen über die Feiertage schon ein halbes Jahr vor Ostern oder Weihnachten stattfinden. Notfalls können Eltern dann Erziehungsberatungsstellen, freie Mediatoren oder das Jugendamt mit ins Boot holen.

«Ich werbe immer dafür, nicht jede halbe Stunde aufzuschreiben oder um jede Minute zu feilschen», sagt Ritzer-Sachs. «Es sollte auch mal drin sein, dass man anruft und mitteilt, dass das Kind noch etwas länger bleibt, weil es gerade so viel Spaß im Schwimmbad oder irgendwo anders hat.»

Elternberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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