Wie erklärt man dem Kind, dass Opa oder Oma dement werden?

24.01.2020
Erste Zeichen von Demenz bei Oma oder Opa können Enkel sehr verunsichern. Eltern sollten dann schnell mit ihren Kindern reden. Ein Erziehungsexperte erklärt, wie das geht.
Wenn Oma oder Opa immer mehr vergessen, sollte der Enkel wissen, was Demenz bedeutet. Es sollte aber auch klar sein: Späße und Kuscheln sind weiterhin erlaubt. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa
Wenn Oma oder Opa immer mehr vergessen, sollte der Enkel wissen, was Demenz bedeutet. Es sollte aber auch klar sein: Späße und Kuscheln sind weiterhin erlaubt. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Fürth (dpa/tmn) - Wenn der Opa zur Begrüßung nur grummelt, statt seinen Enkel durch die Luft zu wirbeln. Oder wenn bei Oma das Handy im Küchenschrank brummt: Kinder merken dann schnell, dass etwas nicht stimmt. Doch wie erklärt man ihnen, dass Oma oder Opa nicht nur etwas schusselig sind - sondern dement?

Als Erstes gelte es, das Kind zu beruhigen, sagt Erziehungsberater Ulric Ritzer-Sachs. «Die Oma ist krank geworden. Das hat nichts mit dir zu tun», würde der Pädagoge von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) beginnen.

Momentan habe die Großmutter noch gute, aber eben auch manchmal weniger gute Tage. «Da kann es sein, dass sie an einer Stelle lacht, wo man es nicht versteht. Wir können alle noch nicht sagen, ob das so bleibt», schlägt Ritzer-Sachs eine mögliche Erklärung vor. Ist die Krankheit schon fortgeschrittener, könne man Kinder auch darauf vorbereiten, dass Oma oder Opa immer mehr vergessen werden: «Dann werden wir uns Hilfe holen müssen.»

Nichtsdestotrotz solle das Kind genauso zur Oma oder zum Opa sein wie immer. Eltern sollten ihr Kind bestärken, ruhig weiter Späße mit Oma oder Opa zu machen, sie oder ihn in den Arm nehmen oder mit ihnen zu kuscheln. Kommen dann vielleicht mal unerwartete Bemerkungen wie «Du nervst mich», dürfe das Kind aber auch das Spiel oder den Kontakt unterbrechen.

Elternberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn das Kind das erste Mal woanders übernachten möchten, sollten Eltern sich bereit erklären, es notfalls auch mitten in der Nacht abzuholen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Das erste Mal auswärts schlafen: Was dem Kind hilft Ohne Mama oder Papa einschlafen? Und dann auch noch in einem fremden Zimmer? Das ist für Kinder eine Herausforderung. Wie Eltern damit umgehen, erklärt eine Erziehungsexpertin.
Die Erziehung hat sich geändert. Deswegen sollten sich Großeltern mit ihrer Kritik zurückhalten. Foto: Waltraud Grubitzsch Großeltern halten sich bei der Erziehung besser zurück Was die Kinder-Erziehung betrifft, können Vorstellungen von Eltern und Großeltern auseinandergehen. Die ältere Generation sollte sich jedoch mit Kritik zurückhalten. In einer bestimmten Situation gilt das ganz besonders.
In einer Sorgerechtsverfügung können Eltern die Großeltern als Sorgeberechtigte für die Kinder vorschlagen, für den Fall, dass sie sich selbst nicht mehr kümmern können. Foto: Holger Hollemann/Symbolbild Sorgerechtsverfügung für Großeltern Eltern können schriftlich festlegen, dass im Falle ihres eigenen Todes oder einer schlimmen Erkrankung die Großeltern das Sorgerecht für ihre Kinder bekommen. Was dabei zu beachten ist.
In der Kita trauen sich Kinder meist nicht, sich zu widersetzen. Erst zu Hause kommt es dann zu Gefühlsausbrüchen. Foto: Jens Wolf Je nach Umgebung verhalten sich kleine Kinder anders Bei den Erziehern und Großeltern zeigen sich Kinder oft von ihrer besten Seite, während sie zu Hause Wut- und Trotzanfälle bekommen. Was machen die Eltern also verkehrt? Nichts, meint einer Erziehungsexpertin.