Wenn Kinder ihre Eltern ärgern

01.02.2019
In manchen Situationen leisten Kinder oft Widerstand. Etwa wenn Eltern sie auffordern, ins Bett zu gehen oder ein Computerspiel zu beenden. Wie kann eine Eskalation vermieden werden?
Ein Computerspiel zu beenden, fällt den meisten Kindern schwer. Gibt es Diskussionen, lassen Eltern das Kind am besten zu Ende spielen und streichen stattdessen die nächste Bildschirmzeit. Foto: Hans-Jürgen Wiedl
Ein Computerspiel zu beenden, fällt den meisten Kindern schwer. Gibt es Diskussionen, lassen Eltern das Kind am besten zu Ende spielen und streichen stattdessen die nächste Bildschirmzeit. Foto: Hans-Jürgen Wiedl

Fürth (dpa/tmn) - Manchmal reichen schon Kleinigkeiten, dass einen Kinder auf die Palme bringen. Manche Eltern glauben sogar, die lieben Kleinen machen das nur, um sie zu ärgern. Ab welchem Alter machen das Kinder mit Absicht? Und welche Strategien helfen, um ruhig zu bleiben?

«Trotzphasen haben Kinder schon mit zwei Jahren, etwa weil sie nicht ins Bett wollen. Aber Kinder ärgern ihre Eltern in den meisten Fällen nicht absichtlich», erklärt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Was Kinder allerdings deutlich zeigen, ist Ärger - etwa wenn sie das Gefühl haben, verbal gehauen zu werden. «Dann reagieren sie spontan sehr emotional, um sich zu wehren», so Ritzer-Sachs.

So haben Kinder überhaupt kein Einsehen, wenn ihnen etwa verboten wird, noch eine zweite Runde Konsole zu spielen. Wenn Eltern dann nach dem dritten «nur noch ein Spiel» den Stecker ziehen, ist das Geschrei groß. «Wenn ich den Stecker ziehe, gehe ich in den Machtkampf», gibt Ritzer-Sachs zu bedenken. Doch was sonst tun? «Man könnte sagen: Okay, du spielst noch zu Ende, dafür spielst du morgen überhaupt nicht!»

Hat man in dem eskalierenden Moment keine Chance, die Sache zu klären, verschiebt man die Diskussion besser auf später. «Denn während des Spiels befinden sich Kinder schon auf einem hohen Erregungsniveau. Wenn man dann noch diskutieren will, dann platzen sie», sagt der Erziehungsberater. «Also muss einem schon vorher klar sein, dass man Teil der Eskalation ist und das Kind zu einem späteren Zeitpunkt ganz anders reagieren wird.»

Elternberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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