Wenn der Kindergeburtstag zum Stressfaktor wird

05.04.2019
Eigentlich soll ein Kindergeburtstag ein lustiges Fest werden, an das man sich noch lange erinnert. Doch kommen zu viele Gäste, gerät die Party schnell aus dem Ruder. Tipps für die Gästeliste:
Wen muss ich einladen? Es gilt die Faustformel: So viel Gäste, wie das Kind alt wird. Foto: Oliver Berg
Wen muss ich einladen? Es gilt die Faustformel: So viel Gäste, wie das Kind alt wird. Foto: Oliver Berg

Fürth (dpa/tmn) - Eigentlich wollte man die Geburtstagsparty fürs Kind überschaubar halten. Doch dann quält Eltern das schlechte Gewissen beim Gedanken daran, wo ihr Kind alles eingeladen war. Muss man diese Kinder auch alle einladen?

Für Isabelle Dulleck von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung gibt es bei der Frage eine sinnvolle Faustregel: «Es passt gut, wenn das Geburtstagskind so viele Gäste einladen darf, wie es alt wird.» Also am 3. Geburtstag 3 Gäste, am 4. Geburtstag 4 Gäste oder am 5. Geburtstag 5. «Gerade jüngere Kinder sind schnell überfordert, wenn größere Kindergruppen anwesend sind», erklärt die Pädagogin. Für sie ist es relativ normal, dass die Gruppengröße bei Kindergeburtstagen sehr variiert. Denn nicht jede Familie hat den Wohnraum für eine große Kinderparty.

«Eine automatische Verpflichtung zu einem Gegenbesuch sehe ich nicht. Aber wenn das Kind möchte, kann es das andere Kind, das quasi leer ausgegangen ist, auch zu einer Einzelverabredung einladen - unabhängig von der Geburtstagsfeier», schlägt Dulleck vor.

Nicht jeder Erwachsene ist der geborene Entertainer für einen Kindergeburtstag und muss es auch nicht sein. Daher regt die Erziehungsexpertin an, auch Angebote außer Haus zu nutzen: «Warum nicht mal die Party als Museumsführung stattfinden lassen?» Da gebe es mittlerweile tolle Kinderprogramme, so Dulleck.

Elternberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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